Aelia Pulcheria, 423-425, Solidus (4,43 g), Konstantinopel. Av.: Drapierte Büste mit Ohrringen,...
Aelia Pulcheria, 423-425, Solidus (4,43 g), Konstantinopel. Av.: Drapierte Büste mit Ohrringen, Halskette und Perlendiadem nach rechts, darum Umschrift. Rev.: Victoria nach links stehend, in der rechten Hand einen Kreuzstab haltend, darum Umschrift, in Exergue: "CONOB". RIC 220, sehr schön-vorzüglich. Sehr selten!Aelia Pulcheria, Tochter, Schwester und Ehefrau von drei verschiedenen oströmischen Kaisern, spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Stabilität des Oströmischen Reichs im turbulenten frühen bis mittleren 5. Jahrhundert. Sie wurde um 398 als Tochter von Arcadius und Aelia Eudoxia geboren und verfügte über eine weitaus dominantere Persönlichkeit als ihr schüchterner jüngerer Bruder Theodosius II. Als Arcadius im Jahre 408 starb und Theodosius im Alter von sieben Jahren den Thron bestieg, übernahm Aelia Pulcheria die Rolle der Beschützerin ihres Bruders. Im Jahre 414 wurde sie volljährig und der Senat erklärte sie zur Augusta, also zur Kaiserin, woraufhin sie selbst die Regentschaft übernahm. Sie erklärte ihre Absicht, Jungfrau zu bleiben (möglicherweise, um eine politische Ehe zu vermeiden) und nahm die Erziehung ihres Bruders selbst in die Hand, wobei sie darauf achtete, dass er lernte, wie ein Kaiser auszusehen, sich zu verhalten und Rituale durchzuführen hatte; ihm fehlte es jedoch an Durchsetzungskraft, sodass Aelia Pulcheria ihn auch dahingehend unterstützen musste, um die unangefochtene Macht der theodosianischen Dynastie zu sichern. Unter ihrer Führung griff das Oströmische Reich erfolgreich im Westen ein und setzte im Jahre 425 ihren Neffen Valentinian III. auf den Thron, während sie zuvor von 420-422 im Osten einen Krieg gegen Persien erfolgreich mit initiierte. Als Theodosius im Jahre 450 bei einem Reitunfall ums Leben kam, regierte Aelia Pulcheria kurzzeitig als alleinige Kaiserin, bevor sie den Forderungen nach einer Heirat doch noch nachgab und einen geeigneten Mann auswählte, der als Augustus regieren sollte. Sie entschied sich klugerweise für den aus einfachen Verhältnissen stammenden, aber fähigen Markian, der sich als der starke und gerechte Herrscher erwies, den das Reich brauchte.Im Jahr nach ihrer Heirat war Aelia Pulcheria wiederum maßgeblich an der Einberufung des Vierten Ökumenischen Konzils in Chalcedon beteiligt, das die Grundprinzipien der Lehre der östlich-orthodoxen Kirche festlegte. Die Kaiserin starb im Jahre 453, nachdem sie ein halbes Jahrhundert lang ihr Gelübde der Jungfräulichkeit und den Schutz ihrer kaiserlichen Dynastie gewahrt hatte, und hinterließ ihren gesamten Besitz den Armen. Die Münzprägung Aelia Pulcherias spiegelt weitgehend die ihres Bruders wider und sie könnte tatsächlich für die Einführung des markanten, mit Edelsteinen besetzten Kreuzes auf dem Solidus-Typ „Victoria mit Kreuz“ im Jahre 422 sowie für die Christianisierung der Weltkugel, die die sitzende Konstantinopolis auf den späteren Münzen in der Hand hält, verantwortlich gewesen sein.
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Aelia Pulcheria, 423-425, Solidus (4,43 g), Konstantinopel. Av.: Drapierte Büste mit Ohrringen, Halskette und Perlendiadem nach rechts, darum Umschrift. Rev.: Victoria nach links stehend, in der rechten Hand einen Kreuzstab haltend, darum Umschrift, in Exergue: "CONOB". RIC 220, sehr schön-vorzüglich. Sehr selten!Aelia Pulcheria, Tochter, Schwester und Ehefrau von drei verschiedenen oströmischen Kaisern, spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Stabilität des Oströmischen Reichs im turbulenten frühen bis mittleren 5. Jahrhundert. Sie wurde um 398 als Tochter von Arcadius und Aelia Eudoxia geboren und verfügte über eine weitaus dominantere Persönlichkeit als ihr schüchterner jüngerer Bruder Theodosius II. Als Arcadius im Jahre 408 starb und Theodosius im Alter von sieben Jahren den Thron bestieg, übernahm Aelia Pulcheria die Rolle der Beschützerin ihres Bruders. Im Jahre 414 wurde sie volljährig und der Senat erklärte sie zur Augusta, also zur Kaiserin, woraufhin sie selbst die Regentschaft übernahm. Sie erklärte ihre Absicht, Jungfrau zu bleiben (möglicherweise, um eine politische Ehe zu vermeiden) und nahm die Erziehung ihres Bruders selbst in die Hand, wobei sie darauf achtete, dass er lernte, wie ein Kaiser auszusehen, sich zu verhalten und Rituale durchzuführen hatte; ihm fehlte es jedoch an Durchsetzungskraft, sodass Aelia Pulcheria ihn auch dahingehend unterstützen musste, um die unangefochtene Macht der theodosianischen Dynastie zu sichern. Unter ihrer Führung griff das Oströmische Reich erfolgreich im Westen ein und setzte im Jahre 425 ihren Neffen Valentinian III. auf den Thron, während sie zuvor von 420-422 im Osten einen Krieg gegen Persien erfolgreich mit initiierte. Als Theodosius im Jahre 450 bei einem Reitunfall ums Leben kam, regierte Aelia Pulcheria kurzzeitig als alleinige Kaiserin, bevor sie den Forderungen nach einer Heirat doch noch nachgab und einen geeigneten Mann auswählte, der als Augustus regieren sollte. Sie entschied sich klugerweise für den aus einfachen Verhältnissen stammenden, aber fähigen Markian, der sich als der starke und gerechte Herrscher erwies, den das Reich brauchte.Im Jahr nach ihrer Heirat war Aelia Pulcheria wiederum maßgeblich an der Einberufung des Vierten Ökumenischen Konzils in Chalcedon beteiligt, das die Grundprinzipien der Lehre der östlich-orthodoxen Kirche festlegte. Die Kaiserin starb im Jahre 453, nachdem sie ein halbes Jahrhundert lang ihr Gelübde der Jungfräulichkeit und den Schutz ihrer kaiserlichen Dynastie gewahrt hatte, und hinterließ ihren gesamten Besitz den Armen. Die Münzprägung Aelia Pulcherias spiegelt weitgehend die ihres Bruders wider und sie könnte tatsächlich für die Einführung des markanten, mit Edelsteinen besetzten Kreuzes auf dem Solidus-Typ „Victoria mit Kreuz“ im Jahre 422 sowie für die Christianisierung der Weltkugel, die die sitzende Konstantinopolis auf den späteren Münzen in der Hand hält, verantwortlich gewesen sein.
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