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Giovanni Antonio Canal, auch genannt „Canaletto“, 1697 Venedig – 1768 ebenda, Umkreis des, BLICK VOM UFER DEGLI SCHIAVONI AUF DIE KIRCHE SAN GIORGIO MAGGIORE

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Öl auf Leinwand.
40,6 x 64 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia.

Das nicht allzu große Gemälde ist in betontem Breitformat gehalten, womit nahezu ein Panoramablick geboten wird. Von der Riva degli Schiavoni, auf der mehrere Figuren flanieren, führt der Blick über anliegende Lastschiffe und Gondeln hinweg auf die gegenüber liegende Seite des Kanals, mit der im Licht stehenden Fassade der San Giorgio Maggiore Kirche. Wie ein geschlossener Block stehen sämtliche Gebäude eng zusammen am Kanalausgang zur Lagune. Das Kirchendach wird von der großen Kuppel überragt, links steht der Campanile als weiterer Blickfang über der Insel, die dem Becken von San Marco vorgelagert ist. Der Stolz der Insel ist die Kirche, die von dem berühmten Andrea Palladio mit ihrer bedeutenden Fassade im Komplex des aus dem 10. Jahrhundert stammenden Benediktinerklosters ab 1565 neugestaltet wurde. Der Campanile, ein Werk des 18. Jahrhunderts, geht auf die Gestaltung des Campanile San Marco zurück, und war also zur Zeit des Malers eine neue Errungenschaft Venedigs.
Giovanni Antonio Canal (1696-1768), der unter dem Namen Canaletto berühmt geworden ist, war der Sohn von Bernardo Canal, der aus der Bühnenmalerei hervorging. Doch wie der Vater, hatte sich auch Antonio sich unter dem Einfluss des Zeitgenossen aus Udine, Luca Carlevaris (1663-1730) der einträglicheren Vedutenmalerei zugewandt. Zusammen haben die beiden die Venezianische Vedutenmalerei eigentlich zum bedeutenden, eigenständigen und gefragten Sujet erhoben. Canaletto, in Europa längst bekannt, wurde am 11. September 1763 in die 1750 gegründete venezianische Akademie aufgenommen, und hatte dazu ein Beispiel seines Könnens eingereicht, das sich heute in der Galleria dell‘Accademia in Venedig befindet. Der englische Konsul Joseph Smith, einer der ersten Mäzene und Förderer des Malers, hat auch ein Stichwerk durch Antonio Visentini veranlasst, wodurch das europaweite Interesse an Venedigveduten beflügelt wurde.
Die Werke des Antonio Canal sind zu unterscheiden von denen seines Neffen Bernardo Bellotto (1722-1780), der sich ebenfalls Canaletto nannte. Doch sind die Unterschiede in der Malweise deutlich. Die Bilder Antonio Canals sind heller, meist heiterer und lichtvoller als die von Bellotto. Dies zeigt sich auch in dem hier vorliegenden Werk. A.R.

Literatur:
Vgl. Dorothea Terpitz, Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto. 1697-1768, Köln 1998.
William George Constable, Canaletto. Giovanni Antonio Canal 1697-1768, Oxford, 1962.
Vgl. Dario Succi, Capricci Veneziani del Settecento, Ausstellungskatalog, Gorizia, 1988.
Vgl. Jane Martineau and Andrew Robison (Hrsg.), The Glory of Venice: Art in the Eighteenth Century, Ausstellungskatalog, London/ Washington, D.C., 1994-1995.
Vgl. Andreas Henning, Axel Börner, Andreas Dehmer (Hrsg.), Canaletto. Ansichten vom Canal Grande in Venedig. Kabinettausstellung anlässlich der Restaurierung zweier Gemälde von Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto (= Das restaurierte Meisterwerk, Bd. 5), Dresden 2008.
Vgl. Egon Grund, Canalettos Veduten als Wirklichkeitskonstruktion unter besonderer Berücksichtigung der Frage: Benutzung der Camera obscura? Dissertation, Univ. Göttingen 2008. (1370319) (11)

Giovanni Antonio Canal,
also known as „Canaletto“,
1697 Venice – 1768 ibid., circle of

VIEW OF THE RIVA DEGLI SCHIAVONI WATERFRONT TO THE CHURCH OF SAN GIORGIO MAGGIORE

Oil on canvas.
40.6 x 64 cm.

Accompanied by an expert's report by Dario Succi, Gorizia.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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07 Dec 2023
Germany, Munich
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Öl auf Leinwand.
40,6 x 64 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia.

Das nicht allzu große Gemälde ist in betontem Breitformat gehalten, womit nahezu ein Panoramablick geboten wird. Von der Riva degli Schiavoni, auf der mehrere Figuren flanieren, führt der Blick über anliegende Lastschiffe und Gondeln hinweg auf die gegenüber liegende Seite des Kanals, mit der im Licht stehenden Fassade der San Giorgio Maggiore Kirche. Wie ein geschlossener Block stehen sämtliche Gebäude eng zusammen am Kanalausgang zur Lagune. Das Kirchendach wird von der großen Kuppel überragt, links steht der Campanile als weiterer Blickfang über der Insel, die dem Becken von San Marco vorgelagert ist. Der Stolz der Insel ist die Kirche, die von dem berühmten Andrea Palladio mit ihrer bedeutenden Fassade im Komplex des aus dem 10. Jahrhundert stammenden Benediktinerklosters ab 1565 neugestaltet wurde. Der Campanile, ein Werk des 18. Jahrhunderts, geht auf die Gestaltung des Campanile San Marco zurück, und war also zur Zeit des Malers eine neue Errungenschaft Venedigs.
Giovanni Antonio Canal (1696-1768), der unter dem Namen Canaletto berühmt geworden ist, war der Sohn von Bernardo Canal, der aus der Bühnenmalerei hervorging. Doch wie der Vater, hatte sich auch Antonio sich unter dem Einfluss des Zeitgenossen aus Udine, Luca Carlevaris (1663-1730) der einträglicheren Vedutenmalerei zugewandt. Zusammen haben die beiden die Venezianische Vedutenmalerei eigentlich zum bedeutenden, eigenständigen und gefragten Sujet erhoben. Canaletto, in Europa längst bekannt, wurde am 11. September 1763 in die 1750 gegründete venezianische Akademie aufgenommen, und hatte dazu ein Beispiel seines Könnens eingereicht, das sich heute in der Galleria dell‘Accademia in Venedig befindet. Der englische Konsul Joseph Smith, einer der ersten Mäzene und Förderer des Malers, hat auch ein Stichwerk durch Antonio Visentini veranlasst, wodurch das europaweite Interesse an Venedigveduten beflügelt wurde.
Die Werke des Antonio Canal sind zu unterscheiden von denen seines Neffen Bernardo Bellotto (1722-1780), der sich ebenfalls Canaletto nannte. Doch sind die Unterschiede in der Malweise deutlich. Die Bilder Antonio Canals sind heller, meist heiterer und lichtvoller als die von Bellotto. Dies zeigt sich auch in dem hier vorliegenden Werk. A.R.

Literatur:
Vgl. Dorothea Terpitz, Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto. 1697-1768, Köln 1998.
William George Constable, Canaletto. Giovanni Antonio Canal 1697-1768, Oxford, 1962.
Vgl. Dario Succi, Capricci Veneziani del Settecento, Ausstellungskatalog, Gorizia, 1988.
Vgl. Jane Martineau and Andrew Robison (Hrsg.), The Glory of Venice: Art in the Eighteenth Century, Ausstellungskatalog, London/ Washington, D.C., 1994-1995.
Vgl. Andreas Henning, Axel Börner, Andreas Dehmer (Hrsg.), Canaletto. Ansichten vom Canal Grande in Venedig. Kabinettausstellung anlässlich der Restaurierung zweier Gemälde von Giovanni Antonio Canal, genannt Canaletto (= Das restaurierte Meisterwerk, Bd. 5), Dresden 2008.
Vgl. Egon Grund, Canalettos Veduten als Wirklichkeitskonstruktion unter besonderer Berücksichtigung der Frage: Benutzung der Camera obscura? Dissertation, Univ. Göttingen 2008. (1370319) (11)

Giovanni Antonio Canal,
also known as „Canaletto“,
1697 Venice – 1768 ibid., circle of

VIEW OF THE RIVA DEGLI SCHIAVONI WATERFRONT TO THE CHURCH OF SAN GIORGIO MAGGIORE

Oil on canvas.
40.6 x 64 cm.

Accompanied by an expert's report by Dario Succi, Gorizia.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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Time, Location
07 Dec 2023
Germany, Munich
Auction House
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