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LOT 221

Joachim von Sandrart, 1606 Frankfurt am Main – 1688 Nürnberg, BILDNIS EINER ADELIGEN DAME MIT DEN ATTRIBUTEN DER HEILIGEN CÄCILIA

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Öl auf Leinwand.
103 x 82 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Peter van den Brink, Aachen, das Gemälde dem genannten Künstler zuschreibend.

Dreiviertelbildnis einer an einer Hausorgel sitzenden jungen Adeligen, nahezu in Lebensgröße wiedergegeben. Der Blick dem Betrachter entgegengerichtet. Die rechte Hand hält sie auf die Tastatur, die linke an den Busen, gleichzeitig einen dünnen Schleier haltend, der von ihrer Haube herabzieht. Ihre höfische Kleidung ist insofern idealisiert, als sie hier ein rotes Kleid mit goldfarbenem Brokatmantel trägt, innen blau gefüttert, ein Kleidungsstück, das in dieser Erhöhung auch bei Bildnissen der Heiligen Cäcilia – Patronin der Kirchenmusik – zu finden ist. Dennoch trägt sie eine Perlenkette mit Perlenohrring und am Kleidersaum eine Goldbordüre mit Edelsteinagraffe. Ihr Haar fällt in dunklen Locken zur Schulter herab. Die Orgel ist kunstvoll gebaut, die Pfeifen zwischen vergoldeten Atlanten, die die Abdeckung tragen. Im Hintergrund erscheint eine jugendliche Engelsfigur. Insgesamt mit Kleid und Flügel in deutlich zarteren Farben wiedergegeben, was diese Gestalt als „Erscheinung“ wirken lässt. Der Engel hält ein Notenblatt und deutet mit dem rechten Zeigefinger auf die Noten, um der adeligen Musikerin die musikalischen Hinweise zu geben. Gedanklich ist dieses Motiv zu verstehen als himmlische Eingebung der Musik und Komposition. Im Hintergrund ein grünes Velum, leicht nach rechts zurückgezogen mit Blick auf eine Bogenarchitektur mit kurzem Landschaftsausblick auf eine Baumkrone.

Das Gemälde wurde früher Gerard Deleres zugeschrieben, es erfolgte jedoch durch Peter van den Brink eine weitaus überzeugendere Zuordnung an Joachim von Sandrart. Die Zuschreibung stützt sich vor allem auf stilistische Vergleiche mit den bekannten Monatsbildern, die Sandrart für den bayerischen Herzog Maximilian I in den Jahren 1642-44 schuf, die sich heute im Schloss Schleißheim befinden. In Sitzhaltung, Körperausführung und anderen Details lassen sich Parallelen zu mehreren Gemälden dieses Monatszyklus finden, allerdings ist nach Meinung des Gutachters das Gemälde nicht in München, sondern nach seiner Rückkehr in Amsterdam 1644 entstanden. Sandrart, der zunächst in der Druckgrafik bei Isselburg in Nürnberg arbeitete, danach bei Sadeler in Prag, hielt sich zwischen 1624/25 in der Werkstatt von Gerard Honthorst in Utrecht auf, lernte 1627 Rubens kennen und begann nach einem Aufenthalt in London 1629 seine Reise nach Italien, wo er sich 1632 in Rom niederließ und dort weitere acht Jahre blieb. Nach Vermutung von Van dem Brink könnte es sich bei der Darstellung um Alida Bicker handeln.

Literatur:
Christian Klemm, Joachim von Sandrart. Kunst-Werke und Lebens-Lauf, Berlin 1986. (1380341) (18)

Joachim von Sandrart,
1606 Frankfurt on the Main – 1688 Nuremberg

PORTRAIT OF A FEMALE ARISTOCRAT WITH THE ATTRIBUTES OF SAINT CECILIA

Oil on canvas.
103 x 82 cm.

Accompanied by an expert’s report by Peter van den Brink, Aachen, identifying the painting as having been created by the above-mentioned artist.

The painting was formerly attributed to Gerard Deleres, but a far more convincing attribution to Joachim von Sandrart was made by Peter van den Brink. The attribution is based primarily on stylistic comparisons with the well-known series of Monthly Pictures that Sandrart created for the Bavarian Duke Maximilian I in 1642-44 now held at Schleissheim Palace.

Literature:
Christian Klemm, Joachim von Sandrart. Kunst-Werke und Lebens-Lauf, Berlin 1986.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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Estimate
Unlock
Time, Location
07 Dec 2023
Germany, Munich
Auction House
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Öl auf Leinwand.
103 x 82 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Peter van den Brink, Aachen, das Gemälde dem genannten Künstler zuschreibend.

Dreiviertelbildnis einer an einer Hausorgel sitzenden jungen Adeligen, nahezu in Lebensgröße wiedergegeben. Der Blick dem Betrachter entgegengerichtet. Die rechte Hand hält sie auf die Tastatur, die linke an den Busen, gleichzeitig einen dünnen Schleier haltend, der von ihrer Haube herabzieht. Ihre höfische Kleidung ist insofern idealisiert, als sie hier ein rotes Kleid mit goldfarbenem Brokatmantel trägt, innen blau gefüttert, ein Kleidungsstück, das in dieser Erhöhung auch bei Bildnissen der Heiligen Cäcilia – Patronin der Kirchenmusik – zu finden ist. Dennoch trägt sie eine Perlenkette mit Perlenohrring und am Kleidersaum eine Goldbordüre mit Edelsteinagraffe. Ihr Haar fällt in dunklen Locken zur Schulter herab. Die Orgel ist kunstvoll gebaut, die Pfeifen zwischen vergoldeten Atlanten, die die Abdeckung tragen. Im Hintergrund erscheint eine jugendliche Engelsfigur. Insgesamt mit Kleid und Flügel in deutlich zarteren Farben wiedergegeben, was diese Gestalt als „Erscheinung“ wirken lässt. Der Engel hält ein Notenblatt und deutet mit dem rechten Zeigefinger auf die Noten, um der adeligen Musikerin die musikalischen Hinweise zu geben. Gedanklich ist dieses Motiv zu verstehen als himmlische Eingebung der Musik und Komposition. Im Hintergrund ein grünes Velum, leicht nach rechts zurückgezogen mit Blick auf eine Bogenarchitektur mit kurzem Landschaftsausblick auf eine Baumkrone.

Das Gemälde wurde früher Gerard Deleres zugeschrieben, es erfolgte jedoch durch Peter van den Brink eine weitaus überzeugendere Zuordnung an Joachim von Sandrart. Die Zuschreibung stützt sich vor allem auf stilistische Vergleiche mit den bekannten Monatsbildern, die Sandrart für den bayerischen Herzog Maximilian I in den Jahren 1642-44 schuf, die sich heute im Schloss Schleißheim befinden. In Sitzhaltung, Körperausführung und anderen Details lassen sich Parallelen zu mehreren Gemälden dieses Monatszyklus finden, allerdings ist nach Meinung des Gutachters das Gemälde nicht in München, sondern nach seiner Rückkehr in Amsterdam 1644 entstanden. Sandrart, der zunächst in der Druckgrafik bei Isselburg in Nürnberg arbeitete, danach bei Sadeler in Prag, hielt sich zwischen 1624/25 in der Werkstatt von Gerard Honthorst in Utrecht auf, lernte 1627 Rubens kennen und begann nach einem Aufenthalt in London 1629 seine Reise nach Italien, wo er sich 1632 in Rom niederließ und dort weitere acht Jahre blieb. Nach Vermutung von Van dem Brink könnte es sich bei der Darstellung um Alida Bicker handeln.

Literatur:
Christian Klemm, Joachim von Sandrart. Kunst-Werke und Lebens-Lauf, Berlin 1986. (1380341) (18)

Joachim von Sandrart,
1606 Frankfurt on the Main – 1688 Nuremberg

PORTRAIT OF A FEMALE ARISTOCRAT WITH THE ATTRIBUTES OF SAINT CECILIA

Oil on canvas.
103 x 82 cm.

Accompanied by an expert’s report by Peter van den Brink, Aachen, identifying the painting as having been created by the above-mentioned artist.

The painting was formerly attributed to Gerard Deleres, but a far more convincing attribution to Joachim von Sandrart was made by Peter van den Brink. The attribution is based primarily on stylistic comparisons with the well-known series of Monthly Pictures that Sandrart created for the Bavarian Duke Maximilian I in 1642-44 now held at Schleissheim Palace.

Literature:
Christian Klemm, Joachim von Sandrart. Kunst-Werke und Lebens-Lauf, Berlin 1986.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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07 Dec 2023
Germany, Munich
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