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LOT 196

Jusepe de Ribera, auch genannt „lo Spagnoletto“, 1588/91 Xàtiva/ Valencia – 1652 Neapel, HEILIGER PETRUS

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Öl auf Leinwand. Doubliert.
126,5 x 99 cm.
In breitem ornamental verzierten Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa, in Kopie.

Das Bildthema geht auf die Stelle des Neuen Testaments zurück, wonach der Heilige Petrus in schuldhafter Reue seines Verrats an Jesus gedenkt. Diese Bibelstelle wurde von mehreren bedeutenden Malern aufgegriffen. Der Blick ist, wie auch hier, zumeist nach oben gerichtet. Hier sitzt der Heilige an einem Tisch, den Kopf auf seinen linken Arm gestützt. Die Qualität der Bildoberfläche im Bereich des Heiligen lässt keinen Zweifel an der vollen eigenständigen Schaffung des Gemäldes durch Ribera, in dem die charakteristische Rauheit der Hände und die Falten der Stirn, die verwelkte Haut und die Rötung um die Augen, verursacht durch Weinen und Alter, deutlich wahrnehmbar sind. Das Motiv finden wir auch in Darstellungen des Guido Reni oder Diego Velasquez. Für das Gemälde gibt es einige Vergleichsbeispiele, wie etwa ein Werk in einer Londoner Privatsammlung, signiert „Jusepe R“ (Spinosa, 2003, S. 272, Nr. A. 67), ebenfalls dargestellt in einem intimen und bußfertigen Gespräch mit der Gottheit, sowie die halbfigurige Interpretation desselben Modells, dargestellt in der identischen physiognomischen Haltung, aufbewahrt in der Eremitage von Sankt Petersburg (Spinosa, 2003, S. 276, Nr. A80). Auch im Giustiniani-Inventar von 1638 von Spagnoletto wird ein Gemälde erwähnt, das dem hier angebotenen Werk nahe steht (Danesi Squarzina, 2003, S. 325). Ebenso ist ein Gemälde, das im Art Institute of Chicago (Inv. Nr. 1993:60) verwahrt wird, thematisch vergleichbar.
Bevor Ribera nach Neapel ging, studierte er bei Francisco Ribalta (1565-1628) in Valencia. In Rom setzte er sich mit den Werken Raphaels (1483-1520) und Agostino (1557-1602) und Annibale Carraccis (1560-1609) auseinander, in Parma und Modena mit denen von Antonio Allegri Correggio (um 1489-1534). Später stand er stark unter dem Einfluss von Michelangelo Merisi il Caravaggio (1570/71-1610). Die Qualität seiner Bilder erhob ihn zum Hofmaler des Herzogs von Osuna sowie des Königs von Neapel. Im Jahr 1644 wurde er durch den Papst zum Ritter des Christusordens geschlagen. 1630 war er bereits Mitglied der Accademia di San Luca in Rom. Neben Caravaggio ist er der bedeutendste Naturalist der neapolitanischen Malerei mit Betonung des Chiaroscuro. Ein Hauptmerkmal seines Wirkens ist die bewusste Wahl der Darstellung von meist alten, asketisch knochig-schlanken Gestalten wie Einsiedlern oder Philosophen.

Provenienz:
Christie‘s, 8. Dezember 2017, Lot 165 als aus der Werkstatt Riberas stammend.

Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa, L‘opera completa di Ribera, Mailand 1979.
Vgl. Silvia Danesi Squarzina, La collezione Giustiniani, 3 Bde., Turin 2003.
Vgl. James Hall, Dizionario dei soggetti e dei simboli nell‘arte, Mailand 2003.
Vgl. Nicola Spinosa, Ribera, L‘opera completa, Neapel 2003.
Vgl. Nicola Spinosa, Ribera. La obra completa, Madrid 2008, S. 501. (1381871) (13)

Jusepe de Ribera,
also known as "Io Spagnoletto",
1588/91 Xàtiva/ Valencia – 1652 Naples

SAINT PETER

Oil on canvas. Relined.
126.5 x 99 cm.

Accompanied by an expert’s report by Prof Nicola Spinosa, in copy.

Provenance:
Christie’s, 8 December 2017, lot 165 as a work by the workshop of Ribera. According to the consignor Professor Nicolas Spinosa confirmed its authenticity.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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Estimate
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Time, Location
07 Dec 2023
Germany, Munich
Auction House
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Öl auf Leinwand. Doubliert.
126,5 x 99 cm.
In breitem ornamental verzierten Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa, in Kopie.

Das Bildthema geht auf die Stelle des Neuen Testaments zurück, wonach der Heilige Petrus in schuldhafter Reue seines Verrats an Jesus gedenkt. Diese Bibelstelle wurde von mehreren bedeutenden Malern aufgegriffen. Der Blick ist, wie auch hier, zumeist nach oben gerichtet. Hier sitzt der Heilige an einem Tisch, den Kopf auf seinen linken Arm gestützt. Die Qualität der Bildoberfläche im Bereich des Heiligen lässt keinen Zweifel an der vollen eigenständigen Schaffung des Gemäldes durch Ribera, in dem die charakteristische Rauheit der Hände und die Falten der Stirn, die verwelkte Haut und die Rötung um die Augen, verursacht durch Weinen und Alter, deutlich wahrnehmbar sind. Das Motiv finden wir auch in Darstellungen des Guido Reni oder Diego Velasquez. Für das Gemälde gibt es einige Vergleichsbeispiele, wie etwa ein Werk in einer Londoner Privatsammlung, signiert „Jusepe R“ (Spinosa, 2003, S. 272, Nr. A. 67), ebenfalls dargestellt in einem intimen und bußfertigen Gespräch mit der Gottheit, sowie die halbfigurige Interpretation desselben Modells, dargestellt in der identischen physiognomischen Haltung, aufbewahrt in der Eremitage von Sankt Petersburg (Spinosa, 2003, S. 276, Nr. A80). Auch im Giustiniani-Inventar von 1638 von Spagnoletto wird ein Gemälde erwähnt, das dem hier angebotenen Werk nahe steht (Danesi Squarzina, 2003, S. 325). Ebenso ist ein Gemälde, das im Art Institute of Chicago (Inv. Nr. 1993:60) verwahrt wird, thematisch vergleichbar.
Bevor Ribera nach Neapel ging, studierte er bei Francisco Ribalta (1565-1628) in Valencia. In Rom setzte er sich mit den Werken Raphaels (1483-1520) und Agostino (1557-1602) und Annibale Carraccis (1560-1609) auseinander, in Parma und Modena mit denen von Antonio Allegri Correggio (um 1489-1534). Später stand er stark unter dem Einfluss von Michelangelo Merisi il Caravaggio (1570/71-1610). Die Qualität seiner Bilder erhob ihn zum Hofmaler des Herzogs von Osuna sowie des Königs von Neapel. Im Jahr 1644 wurde er durch den Papst zum Ritter des Christusordens geschlagen. 1630 war er bereits Mitglied der Accademia di San Luca in Rom. Neben Caravaggio ist er der bedeutendste Naturalist der neapolitanischen Malerei mit Betonung des Chiaroscuro. Ein Hauptmerkmal seines Wirkens ist die bewusste Wahl der Darstellung von meist alten, asketisch knochig-schlanken Gestalten wie Einsiedlern oder Philosophen.

Provenienz:
Christie‘s, 8. Dezember 2017, Lot 165 als aus der Werkstatt Riberas stammend.

Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa, L‘opera completa di Ribera, Mailand 1979.
Vgl. Silvia Danesi Squarzina, La collezione Giustiniani, 3 Bde., Turin 2003.
Vgl. James Hall, Dizionario dei soggetti e dei simboli nell‘arte, Mailand 2003.
Vgl. Nicola Spinosa, Ribera, L‘opera completa, Neapel 2003.
Vgl. Nicola Spinosa, Ribera. La obra completa, Madrid 2008, S. 501. (1381871) (13)

Jusepe de Ribera,
also known as "Io Spagnoletto",
1588/91 Xàtiva/ Valencia – 1652 Naples

SAINT PETER

Oil on canvas. Relined.
126.5 x 99 cm.

Accompanied by an expert’s report by Prof Nicola Spinosa, in copy.

Provenance:
Christie’s, 8 December 2017, lot 165 as a work by the workshop of Ribera. According to the consignor Professor Nicolas Spinosa confirmed its authenticity.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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Time, Location
07 Dec 2023
Germany, Munich
Auction House
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