Leo II. und Zeno, 476-477, Tremissis (1,47 g), Konstantinopel. Av.: Kürassiertes und...
Leo II. und Zeno, 476-477, Tremissis (1,47 g), Konstantinopel. Av.: Kürassiertes und drapiertes Brustbild mit Perlendiadem nach rechts, darum Umschrift. Rev.: Victoria nach links stehend, in der rechten Hand einen Lorbeerzweig, in der linken einen Kreuzglobus haltend, darum Umschrift, in Exergue "CONOB". RIC 807, sehr schön. Von äußerster Seltenheit! Wohl zwischen 1963 und 1964 in Luzern erworben (Hess?).Nachdem er verschiedene Palastintrigen überstanden hatte, wurde der Feldherr Zeno im November 474 alleiniger Kaiser des Oströmischen Reichs. In den Monaten zuvor hatte Zeno den Titel des Augustus mit seinem kränklichen Sohn Leo II. geteilt (siehe drei Lose zuvor), der kurz zuvor ebenfalls Mitkaiser an der Seite seines Großvaters Leo I. gewesen war. Der scheinbar natürliche Tod von Leo I. und Leo II. machte Zeno zum alleinigen (und rechtmäßigen) Thronfolger. Die subtilen Machenschaften, durch die Zeno Kaiser wurde, waren von seiner Schwiegermutter Aelia Verina, der Witwe von Leo I., inszeniert worden; bald jedoch bereute sie ihre Entscheidung und schmiedete einen hinterhältigen Plan, um Zeno zu stürzen. Sie warnte ihn vor einem Komplott gegen sein Leben und riet ihm, Konstantinopel zu verlassen, wenn er überleben wolle. Zeno glaubte der Geschichte seiner Schwiegermutter und floh am 9. Januar 475 über den Bosporus nach Chalcedon, wo er die nächsten 19 Monate im Exil verbrachte. Verina ordnete die Ermordung der Zeno treu ergebenen Isaurier an und der Staatsstreich schien ein Erfolg zu sein, bis ihre persönlichen Pläne durchkreuzt wurden: Ihr vorgesehener Thronanwärter, ihr Geliebter Patricius, wurde zugunsten ihres Bruders Basiliscus abgelehnt, der daraufhin zum Kaiser ausgerufen wurde (siehe vorheriges Los). In einem Schritt, der zweifellos notwendig war, ließ Basiliscus Patricius hinrichten. Verina widmete sich daraufhin einem Gegenputsch, durch den sie ihren Bruder stürzen ließ, und setzte Zeno Ende August 476 wieder als Kaiser ein. So begann dessen zweite Herrschaftsperiode.Zeno war nun der unangefochtene Herrscher des römischen Ostens, und nachdem er solch groteske Palastintrigen überstanden hatte, war er zweifellos ein geschickterer Überlebenskünstler; er regierte bis zu seinem natürlichen Tod am 9. April 491. Verina hatte ihre Schuld an diesen Ereignissen offenbar gut verschleiert, aber ihr Bruder Basiliscus und seine Familie wurden nach Kappadokien verbannt, wo sie verhungerten oder hingerichtet wurden.Basierend auf der historischen Überlieferung könnte der obige seltene Tremissis mit der Inschrift D N LEO ET ZENO PP AVG in der kurzen Zeit geprägt worden, in der Zeno und sein Sohn Leo II. nach dem Tod Leos I. gemeinsam regierten. Es gibt zudem Solidi mit der Inschrift D N LEO ET ZENO P P AVG (siehe dreie Lose zuvor), die dieser historischen Episode zugeschrieben werden – und das zu Recht, da sie sowohl Sohn als auch Vater als Augusti bezeichnen.
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Leo II. und Zeno, 476-477, Tremissis (1,47 g), Konstantinopel. Av.: Kürassiertes und drapiertes Brustbild mit Perlendiadem nach rechts, darum Umschrift. Rev.: Victoria nach links stehend, in der rechten Hand einen Lorbeerzweig, in der linken einen Kreuzglobus haltend, darum Umschrift, in Exergue "CONOB". RIC 807, sehr schön. Von äußerster Seltenheit! Wohl zwischen 1963 und 1964 in Luzern erworben (Hess?).Nachdem er verschiedene Palastintrigen überstanden hatte, wurde der Feldherr Zeno im November 474 alleiniger Kaiser des Oströmischen Reichs. In den Monaten zuvor hatte Zeno den Titel des Augustus mit seinem kränklichen Sohn Leo II. geteilt (siehe drei Lose zuvor), der kurz zuvor ebenfalls Mitkaiser an der Seite seines Großvaters Leo I. gewesen war. Der scheinbar natürliche Tod von Leo I. und Leo II. machte Zeno zum alleinigen (und rechtmäßigen) Thronfolger. Die subtilen Machenschaften, durch die Zeno Kaiser wurde, waren von seiner Schwiegermutter Aelia Verina, der Witwe von Leo I., inszeniert worden; bald jedoch bereute sie ihre Entscheidung und schmiedete einen hinterhältigen Plan, um Zeno zu stürzen. Sie warnte ihn vor einem Komplott gegen sein Leben und riet ihm, Konstantinopel zu verlassen, wenn er überleben wolle. Zeno glaubte der Geschichte seiner Schwiegermutter und floh am 9. Januar 475 über den Bosporus nach Chalcedon, wo er die nächsten 19 Monate im Exil verbrachte. Verina ordnete die Ermordung der Zeno treu ergebenen Isaurier an und der Staatsstreich schien ein Erfolg zu sein, bis ihre persönlichen Pläne durchkreuzt wurden: Ihr vorgesehener Thronanwärter, ihr Geliebter Patricius, wurde zugunsten ihres Bruders Basiliscus abgelehnt, der daraufhin zum Kaiser ausgerufen wurde (siehe vorheriges Los). In einem Schritt, der zweifellos notwendig war, ließ Basiliscus Patricius hinrichten. Verina widmete sich daraufhin einem Gegenputsch, durch den sie ihren Bruder stürzen ließ, und setzte Zeno Ende August 476 wieder als Kaiser ein. So begann dessen zweite Herrschaftsperiode.Zeno war nun der unangefochtene Herrscher des römischen Ostens, und nachdem er solch groteske Palastintrigen überstanden hatte, war er zweifellos ein geschickterer Überlebenskünstler; er regierte bis zu seinem natürlichen Tod am 9. April 491. Verina hatte ihre Schuld an diesen Ereignissen offenbar gut verschleiert, aber ihr Bruder Basiliscus und seine Familie wurden nach Kappadokien verbannt, wo sie verhungerten oder hingerichtet wurden.Basierend auf der historischen Überlieferung könnte der obige seltene Tremissis mit der Inschrift D N LEO ET ZENO PP AVG in der kurzen Zeit geprägt worden, in der Zeno und sein Sohn Leo II. nach dem Tod Leos I. gemeinsam regierten. Es gibt zudem Solidi mit der Inschrift D N LEO ET ZENO P P AVG (siehe dreie Lose zuvor), die dieser historischen Episode zugeschrieben werden – und das zu Recht, da sie sowohl Sohn als auch Vater als Augusti bezeichnen.
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