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LOT 205

Martin van Cleve d. Ä., 1527 Antwerpen – 1581 ebenda, zug., GROSSE KIRMES AM DORFWEIHER

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Öl auf Holz.
50 x 67,5 cm.

Entgegen den meisten Kirmesdarstellungen der Zeit, die etwas größeres Augenmerk auf einen Dorfanger mit Kirche, Festfahnen und Wirtshaus legen, konzentriert der Maler hier den Blick auf ein kaum überschaubares Gewimmel des Menschenauflaufs anlässlich des Dorffestes. Die Gebäude, darunter auch eine Kirche mit spitzer Turmhaube, fungieren lediglich als rahmende Elemente rechts und oben im Bild. Sie ziehen parallel in einem Halbrund zum Ufer des Teiches, der links im Dunkel liegt und kompositionell einen weiten Anger rechts nahezu spiegelbildlich wiedergibt. Dazwischen ist das Gelände überfüllt von Bauern, Markthändlern, Bettlern, Fuhrwerken, Stalltieren, Schafen und spielenden Kindern. Dabei hervorgehoben eine Figurengruppe mittig unten im Bild, wobei es sich hier wohl um den in roten Beinkleidern gezeigten Dorfschulzen mit Frau und Edelbürgern handelt. Der besondere Reiz liegt in der fast unerschöpflichen Erzählkraft des Bildes, ein charakteristisches Merkmal für Werke des Van Cleve. Die einzelnen Gruppen, ob diskutierende Bauern oder Fischer, die Kleinkinder aus einem links anliegenden Kahn herausheben, stets bieten die Darstellungen einen Blick in die gesellschaftlichen Verhältnisse der Zeit. Das humoristisch-Originelle hat auch damals die Käufer- und Sammlerkreise angesprochen. Seine vier Söhne wurden ebenfalls Maler. Bereits zu seiner Zeit haben prominente Kupferstecher, wie Hans Bol oder Philip Galle, Bilder seiner Hand für weite Kreise bekannt gemacht. A.R.

Der Maler studierte unter Frans Floris (um 1516-1570) und entdeckte zunächst seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei. Durch seinen Bruder Heinrich veranlasst, widmete er sich aber alsbald fast ausschließlich der figürlichen Malerei. Seine meist vielfigurigen Genrebilder werden oft nur vordergründig als teilweise humorige Szenen verstanden, hinter denen sich jedoch nicht selten ein tieferer allegorischer oder gesellschaftskritischer Sinn verbirgt. 1551 wurde er Mitglied der Antwerpener Lukasgilde.

Literatur:
Vgl. Klaus Ertz, Christa Nitze-Ertz, Marten van Cleve (1524-1581): Kritischer Katalog der Gemälde und Zeichnungen, Lingen 2014. (13804219) (10)

Martin van Cleve the Elder,
1527 Antwerp – 1581 ibid., attributed

LARGE KERMESSE BY A VILLAGE POND

Oil on panel.
50 x 67.5 cm.

Contrary to most Kermesse depictions of the time, which place greater emphasis on a village green with a church, festival flags and a tavern, here the painter concentrates on a barely graspable crowd of people at a village fair. In between, the area is crowded with farmers, market traders, beggars, carts, stable animals, sheep, and children playing. This painting’s special appeal lies in its almost inexhaustible narrative power, a characteristic feature of van Cleve’s oeuvre.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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Estimate
Unlock
Time, Location
07 Dec 2023
Germany, Munich
Auction House
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Öl auf Holz.
50 x 67,5 cm.

Entgegen den meisten Kirmesdarstellungen der Zeit, die etwas größeres Augenmerk auf einen Dorfanger mit Kirche, Festfahnen und Wirtshaus legen, konzentriert der Maler hier den Blick auf ein kaum überschaubares Gewimmel des Menschenauflaufs anlässlich des Dorffestes. Die Gebäude, darunter auch eine Kirche mit spitzer Turmhaube, fungieren lediglich als rahmende Elemente rechts und oben im Bild. Sie ziehen parallel in einem Halbrund zum Ufer des Teiches, der links im Dunkel liegt und kompositionell einen weiten Anger rechts nahezu spiegelbildlich wiedergibt. Dazwischen ist das Gelände überfüllt von Bauern, Markthändlern, Bettlern, Fuhrwerken, Stalltieren, Schafen und spielenden Kindern. Dabei hervorgehoben eine Figurengruppe mittig unten im Bild, wobei es sich hier wohl um den in roten Beinkleidern gezeigten Dorfschulzen mit Frau und Edelbürgern handelt. Der besondere Reiz liegt in der fast unerschöpflichen Erzählkraft des Bildes, ein charakteristisches Merkmal für Werke des Van Cleve. Die einzelnen Gruppen, ob diskutierende Bauern oder Fischer, die Kleinkinder aus einem links anliegenden Kahn herausheben, stets bieten die Darstellungen einen Blick in die gesellschaftlichen Verhältnisse der Zeit. Das humoristisch-Originelle hat auch damals die Käufer- und Sammlerkreise angesprochen. Seine vier Söhne wurden ebenfalls Maler. Bereits zu seiner Zeit haben prominente Kupferstecher, wie Hans Bol oder Philip Galle, Bilder seiner Hand für weite Kreise bekannt gemacht. A.R.

Der Maler studierte unter Frans Floris (um 1516-1570) und entdeckte zunächst seine Vorliebe für die Landschaftsmalerei. Durch seinen Bruder Heinrich veranlasst, widmete er sich aber alsbald fast ausschließlich der figürlichen Malerei. Seine meist vielfigurigen Genrebilder werden oft nur vordergründig als teilweise humorige Szenen verstanden, hinter denen sich jedoch nicht selten ein tieferer allegorischer oder gesellschaftskritischer Sinn verbirgt. 1551 wurde er Mitglied der Antwerpener Lukasgilde.

Literatur:
Vgl. Klaus Ertz, Christa Nitze-Ertz, Marten van Cleve (1524-1581): Kritischer Katalog der Gemälde und Zeichnungen, Lingen 2014. (13804219) (10)

Martin van Cleve the Elder,
1527 Antwerp – 1581 ibid., attributed

LARGE KERMESSE BY A VILLAGE POND

Oil on panel.
50 x 67.5 cm.

Contrary to most Kermesse depictions of the time, which place greater emphasis on a village green with a church, festival flags and a tavern, here the painter concentrates on a barely graspable crowd of people at a village fair. In between, the area is crowded with farmers, market traders, beggars, carts, stable animals, sheep, and children playing. This painting’s special appeal lies in its almost inexhaustible narrative power, a characteristic feature of van Cleve’s oeuvre.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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07 Dec 2023
Germany, Munich
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