Münzen Römische Kaiserzeit. Commodus als Caesar (unter Mark Aurel), 177-178, Aureus (7,20...
Münzen Römische Kaiserzeit. Commodus als Caesar (unter Mark Aurel), 177-178, Aureus (7,20 g), Rom, 178. Av.: Belorbeerte und drapierte Büste nach rechts sowie Umschrift: "L . AVREL . COM - MODVS AVG". Rev.: Nach links eingewandt stehender Castor, in der linken Armbeuge einen Speer lehnend, die rechte Hand am Zügel eines nach links schreitenden Pferds sowie Umschrift: "TR P III IMP II COS P P". RIC 648, Calicó 2337a, kl. Kratzer, vorzüglich. Selten. Laut Sammlernotiz im Juni 1965 bei Kress erworben.Commodus, der Sohn Faustinas d. J. und Mark Aurels, war der letzte Kaiser der Antoninischen Dynastie und ist hier im Alter von 17 oder 18 Jahren abgebildet. Die Rückseite verkündet zum dritten Mal seine tribunizische Gewalt, zum zweiten Mal den Titel des Imperators (siegreicher Feldherr), das Amt des Konsuls an sich und den Ehrentitel Pater Patriae ("Vater des Vaterlandes") – alles ziemlich berauschende Ehren für einen Jugendlichen, der normalerweise gerade erst seine ersten Schritte im cursus honorum ("Ehrenlauf") schreiten würde. Die überstürzte Übertragung hoher Ämter an Commodus spiegelt sicherlich den Wunsch seines Vaters Mark Aurel wider, nach dem gescheiterten Aufstand des syrischen Statthalters Avidius Cassius im Jahre 176 eine sichere und stabile Nachfolge zu gewährleisten. Dieser Aufstand beruhte auf der fehlerhaften Annahme Avidius´, dass Mark Aurel schwer erkrankt sei und Commodus zu jung oder für das Amt völlig ungeeignet. Der Usurpationsversuch des Avidius Cassius, der zeigte, dass die angeschlagene Gesundheit bzw. das Ableben des Kaisers (bereits 175 als Gerücht gezielt gestreut) bei ungeregelter Nachfolgefrage leicht zu einem Bürgerkrieg hätte führen können. Als verbindliche und möglichst unanfechtbare Lösung für eine Nachfolge bot sich in der gegebenen Situation aber ohnehin nur Commodus an. Nichts deutet darauf hin, dass Mark Aurel jemals mit dem Gedanken gespielt haben könnte, seinen Sohn nicht zu seinem Nachfolger zu machen. Dessen Sukzession war für alle Beteiligten schlicht eine Selbstverständlichkeit: Als Privaterbe des Kaisers verfügte Commodus über gewaltige Geldmittel und die Loyalität der Soldaten; solange er lebte, war er als Thronfolger unvermeidlich und wurde seinem Vater entsprechend positioniert, wie dies eben auch aus der reichen Titulatur für den jungen Prätendenten auf dem obigen Aureus ersichtlich ist.
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Münzen Römische Kaiserzeit. Commodus als Caesar (unter Mark Aurel), 177-178, Aureus (7,20 g), Rom, 178. Av.: Belorbeerte und drapierte Büste nach rechts sowie Umschrift: "L . AVREL . COM - MODVS AVG". Rev.: Nach links eingewandt stehender Castor, in der linken Armbeuge einen Speer lehnend, die rechte Hand am Zügel eines nach links schreitenden Pferds sowie Umschrift: "TR P III IMP II COS P P". RIC 648, Calicó 2337a, kl. Kratzer, vorzüglich. Selten. Laut Sammlernotiz im Juni 1965 bei Kress erworben.Commodus, der Sohn Faustinas d. J. und Mark Aurels, war der letzte Kaiser der Antoninischen Dynastie und ist hier im Alter von 17 oder 18 Jahren abgebildet. Die Rückseite verkündet zum dritten Mal seine tribunizische Gewalt, zum zweiten Mal den Titel des Imperators (siegreicher Feldherr), das Amt des Konsuls an sich und den Ehrentitel Pater Patriae ("Vater des Vaterlandes") – alles ziemlich berauschende Ehren für einen Jugendlichen, der normalerweise gerade erst seine ersten Schritte im cursus honorum ("Ehrenlauf") schreiten würde. Die überstürzte Übertragung hoher Ämter an Commodus spiegelt sicherlich den Wunsch seines Vaters Mark Aurel wider, nach dem gescheiterten Aufstand des syrischen Statthalters Avidius Cassius im Jahre 176 eine sichere und stabile Nachfolge zu gewährleisten. Dieser Aufstand beruhte auf der fehlerhaften Annahme Avidius´, dass Mark Aurel schwer erkrankt sei und Commodus zu jung oder für das Amt völlig ungeeignet. Der Usurpationsversuch des Avidius Cassius, der zeigte, dass die angeschlagene Gesundheit bzw. das Ableben des Kaisers (bereits 175 als Gerücht gezielt gestreut) bei ungeregelter Nachfolgefrage leicht zu einem Bürgerkrieg hätte führen können. Als verbindliche und möglichst unanfechtbare Lösung für eine Nachfolge bot sich in der gegebenen Situation aber ohnehin nur Commodus an. Nichts deutet darauf hin, dass Mark Aurel jemals mit dem Gedanken gespielt haben könnte, seinen Sohn nicht zu seinem Nachfolger zu machen. Dessen Sukzession war für alle Beteiligten schlicht eine Selbstverständlichkeit: Als Privaterbe des Kaisers verfügte Commodus über gewaltige Geldmittel und die Loyalität der Soldaten; solange er lebte, war er als Thronfolger unvermeidlich und wurde seinem Vater entsprechend positioniert, wie dies eben auch aus der reichen Titulatur für den jungen Prätendenten auf dem obigen Aureus ersichtlich ist.
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