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Münzen Römische Kaiserzeit. Mark Aurel für seine Gemahlin Faustina die Jüngere, 161-176,...

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Münzen Römische Kaiserzeit. Mark Aurel für seine Gemahlin Faustina die Jüngere, 161-176, Aureus (7,0 g), Rom, 170-175/76. Av.: Barhäuptige und drapierte Büste Faustinas nach rechts, die gewellten Haare zu einem Knoten am Hinterkopf gebunden sowie Umschrift: "FAVSTINA AVGVSTA". Rev.: Drapierte und nach rechts thronende Kybele zwischen zwei Löwen, die linke Hand auf eine Trommel gelegt und die rechte auf ihren Schoss sowie Umschrift: "MATRI - MAGNAE". RIC 704, Calicó 2071, Rev. rechts einzelner Kratzer, vorzüglich-Stempelglanz. Laut Sammlernotiz im Juli 1964 bei Münzen und Medaillen AG erworben.Die Umschrift des Revers steht im Dativ und lässt sich zu "der Göttermutter" übersetzen; ganz klar steht hier der Bezug zur östlichen Gottheit Kybele die spätestens seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in Form eines heiligen Steins in Rom verehrt wurde. Ihre Rituale zeichneten sich vor allem durch ekstatische Zeremonien aus, bei denen Kybeles Anhänger versuchten, sich schmerzunempfindlich zu zeigen und die Priester sich zu Ehren des mythischen Geliebten der Kybele - namentlich Attis - kastrierten. Kybeles Götterrolle als Lebensspenderin und Erhalterin machte sie besonders attraktiv für Frauen und sie taucht erstmals auf Münzen zu Ehren der kaiserlichen Frauen auf, beginnend mit Faustinas gleichnamiger Mutter Faustina der Älteren. Die Göttin Kybele wird oft in einem von Löwen gezogenen Wagen dargestellt oder, wie auf diesem Aureus, auf einem von Löwen flankierten Thron sitzend. Die Münze könnte aber auch durchaus in Korrelation zu der Asienreise des Kaiserpaars im Jahre 175 stehen, während derer Faustina die Jüngere eines natürlichen Todes in einem kappadokischen Dorf starb. Faustina wird uns in literarischen Quellen als eine eher zweifelhafte Persönlichkeit überliefert, doch deuten andere Belege durchaus auch auf das Gegenteil hin. Mit Mark Aurel war sie jedenfalls eng verbunden und reiste stets mit ihm gemeinsam. Nach ihrem Tod ließ der ehrlich trauernde Mark Aurel Faustina vergöttlichen und eine Münzserie zu ihren Ehren prägen, etwa mit der Umschrift "SIDERIBVS RECEPTA" ("zu den Sternen abberufen"; RIC 1715) oder so wie hier "MATRI MAGNAE" (s. o.), was durchaus auch mit Faustina selbst assoziiert werden sollte, die immerhin elf Kinder mit Mark Aurel gezeugt hatte (die bis auf Commodus aber alle noch im Kinderalter starben). Wie bereits zu ihrer Mutter Gedenken wurde nun auch für Faustina die Jüngere eine Alimentarstifung gegründet, die novae puellae Faustinianae - nicht zuletzt um der Gerüchte um Faustinas Leumund zu begegnen.

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10 Jun 2026
Germany, Bonn
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Münzen Römische Kaiserzeit. Mark Aurel für seine Gemahlin Faustina die Jüngere, 161-176, Aureus (7,0 g), Rom, 170-175/76. Av.: Barhäuptige und drapierte Büste Faustinas nach rechts, die gewellten Haare zu einem Knoten am Hinterkopf gebunden sowie Umschrift: "FAVSTINA AVGVSTA". Rev.: Drapierte und nach rechts thronende Kybele zwischen zwei Löwen, die linke Hand auf eine Trommel gelegt und die rechte auf ihren Schoss sowie Umschrift: "MATRI - MAGNAE". RIC 704, Calicó 2071, Rev. rechts einzelner Kratzer, vorzüglich-Stempelglanz. Laut Sammlernotiz im Juli 1964 bei Münzen und Medaillen AG erworben.Die Umschrift des Revers steht im Dativ und lässt sich zu "der Göttermutter" übersetzen; ganz klar steht hier der Bezug zur östlichen Gottheit Kybele die spätestens seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in Form eines heiligen Steins in Rom verehrt wurde. Ihre Rituale zeichneten sich vor allem durch ekstatische Zeremonien aus, bei denen Kybeles Anhänger versuchten, sich schmerzunempfindlich zu zeigen und die Priester sich zu Ehren des mythischen Geliebten der Kybele - namentlich Attis - kastrierten. Kybeles Götterrolle als Lebensspenderin und Erhalterin machte sie besonders attraktiv für Frauen und sie taucht erstmals auf Münzen zu Ehren der kaiserlichen Frauen auf, beginnend mit Faustinas gleichnamiger Mutter Faustina der Älteren. Die Göttin Kybele wird oft in einem von Löwen gezogenen Wagen dargestellt oder, wie auf diesem Aureus, auf einem von Löwen flankierten Thron sitzend. Die Münze könnte aber auch durchaus in Korrelation zu der Asienreise des Kaiserpaars im Jahre 175 stehen, während derer Faustina die Jüngere eines natürlichen Todes in einem kappadokischen Dorf starb. Faustina wird uns in literarischen Quellen als eine eher zweifelhafte Persönlichkeit überliefert, doch deuten andere Belege durchaus auch auf das Gegenteil hin. Mit Mark Aurel war sie jedenfalls eng verbunden und reiste stets mit ihm gemeinsam. Nach ihrem Tod ließ der ehrlich trauernde Mark Aurel Faustina vergöttlichen und eine Münzserie zu ihren Ehren prägen, etwa mit der Umschrift "SIDERIBVS RECEPTA" ("zu den Sternen abberufen"; RIC 1715) oder so wie hier "MATRI MAGNAE" (s. o.), was durchaus auch mit Faustina selbst assoziiert werden sollte, die immerhin elf Kinder mit Mark Aurel gezeugt hatte (die bis auf Commodus aber alle noch im Kinderalter starben). Wie bereits zu ihrer Mutter Gedenken wurde nun auch für Faustina die Jüngere eine Alimentarstifung gegründet, die novae puellae Faustinianae - nicht zuletzt um der Gerüchte um Faustinas Leumund zu begegnen.

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10 Jun 2026
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