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LOT 209

Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647 ebenda, zug., ÜBERFALL UND PLÜNDERUNG EINES DORFES

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Gemäldepaar

sowie
SCHLACHTENSZENE MIT KANONENGESCHÜTZEN VOR EINER STADTBEFESTIGUNG

Öl auf Kupfer.
Je ca. 49,5 x 67,5 cm.

Die beiden Gemälde nahezu gleichformatig, in jedem Fall von der Hand desselben Malers. Einmal eine breite Dorfstraße mit giebelständigen, strohgedeckten Häusern mit zentralem Durchblick auf eine Stadt in der Ferne. Im breiten Straßenraum im Zentrum der Darstellung ein geharnischter Reiter auf einem Schimmel mit Federhut und Schwert, links daneben werden von den räuberischen Soldaten bereits Güter auf einen von zwei Pferden gezogenen Karren verfrachtet. Rechts noch im Zentrum hell beleuchtet, sucht ein Soldat eine junge, fliehende Mutter mit drei Kindern zu ergreifen, ein weiterer Mann ist dabei, einen entkleideten Mann am Boden entlang zu schleifen. Am rechten Bildrand ein in Ziegeln aufgerichtetes Wirtshaus mit Treppengiebel und Aushängeschildern, aus dem Möbel herausgetragen werden. Links im Bild unter zwei hohen Baumstämmen ein Plünderer, der sein Pferd mit Beutegut bepackt. Im zentralen Hintergrund weisen der hohe Kirchturm und die Stadt Ähnlichkeit mit der Silhouette von Antwerpen auf. Das Gegenstück zeigt die Verteidigung einer Stadt, links im Bild Stadtmauer mit am Bildrand angeschnittenem Bogen, darüber gehisste Flaggen. Der Ansturm einer Reiterei von rechts wird durch die Verteidigungskämpfer hinter Palisaden verteidigt. Ein Reiter auf einem Schimmel ist links im Bild bereits durch die Linie durchgebrochen und feuert einen Pistolenschuss ab. Rechts greift ein weiterer Reiter die abwehrenden Krieger an, im Zentrum, nahe der Palisade ein Lafettengeschütz. Rechts leichte Hügelerhöhung mit Feldzelten und rötlicher Fahne, im Vordergrund einige fliehende Soldaten. In beiden Bildern hat der Maler die Stimmung der Szenerie auch mit entsprechenden Lichteffekten dramatisiert. Links im Bild ist im Hintergrund ein brennendes Haus zu sehen, die hellen Feuerflammen ziehen mit Rauchwolken in den Wolkenhimmel, rechts verbindet sich der helle Kanonenrauch mit den hohen, von links heranziehenden und von links beleuchteten Wolken.

Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander d. Ä. (1548-1606) ein Schüler des Adam van Noort (1562-1641). Er begab sich, wie die meisten seiner Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge Einfluss auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke in seinem Werk nahm. 1600 wurde er Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen Zeitgenossen wie Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625), Frans Francken d. J. (1581-1642) oder auch Hendrik van Balen d. Ä. (1575-1632) befreundet war. So weist sein Werk auch manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten zu Vervielfältigung seiner Bilder in Kupferstichen. (1380391) (18)

Sebastian Vrancx,
1573 Antwerp – 1647 ibid., attributed

A pair of paintings.
SCENE OF LOOTING IN A VILLAGE
and
BATTLE SCENE WITH CANNONS OUTSIDE A WALLED CITY

Oil on copper.
Ca. 49.5 x 67.5 cm each.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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Estimate
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Time, Location
07 Dec 2023
Germany, Munich
Auction House
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Gemäldepaar

sowie
SCHLACHTENSZENE MIT KANONENGESCHÜTZEN VOR EINER STADTBEFESTIGUNG

Öl auf Kupfer.
Je ca. 49,5 x 67,5 cm.

Die beiden Gemälde nahezu gleichformatig, in jedem Fall von der Hand desselben Malers. Einmal eine breite Dorfstraße mit giebelständigen, strohgedeckten Häusern mit zentralem Durchblick auf eine Stadt in der Ferne. Im breiten Straßenraum im Zentrum der Darstellung ein geharnischter Reiter auf einem Schimmel mit Federhut und Schwert, links daneben werden von den räuberischen Soldaten bereits Güter auf einen von zwei Pferden gezogenen Karren verfrachtet. Rechts noch im Zentrum hell beleuchtet, sucht ein Soldat eine junge, fliehende Mutter mit drei Kindern zu ergreifen, ein weiterer Mann ist dabei, einen entkleideten Mann am Boden entlang zu schleifen. Am rechten Bildrand ein in Ziegeln aufgerichtetes Wirtshaus mit Treppengiebel und Aushängeschildern, aus dem Möbel herausgetragen werden. Links im Bild unter zwei hohen Baumstämmen ein Plünderer, der sein Pferd mit Beutegut bepackt. Im zentralen Hintergrund weisen der hohe Kirchturm und die Stadt Ähnlichkeit mit der Silhouette von Antwerpen auf. Das Gegenstück zeigt die Verteidigung einer Stadt, links im Bild Stadtmauer mit am Bildrand angeschnittenem Bogen, darüber gehisste Flaggen. Der Ansturm einer Reiterei von rechts wird durch die Verteidigungskämpfer hinter Palisaden verteidigt. Ein Reiter auf einem Schimmel ist links im Bild bereits durch die Linie durchgebrochen und feuert einen Pistolenschuss ab. Rechts greift ein weiterer Reiter die abwehrenden Krieger an, im Zentrum, nahe der Palisade ein Lafettengeschütz. Rechts leichte Hügelerhöhung mit Feldzelten und rötlicher Fahne, im Vordergrund einige fliehende Soldaten. In beiden Bildern hat der Maler die Stimmung der Szenerie auch mit entsprechenden Lichteffekten dramatisiert. Links im Bild ist im Hintergrund ein brennendes Haus zu sehen, die hellen Feuerflammen ziehen mit Rauchwolken in den Wolkenhimmel, rechts verbindet sich der helle Kanonenrauch mit den hohen, von links heranziehenden und von links beleuchteten Wolken.

Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander d. Ä. (1548-1606) ein Schüler des Adam van Noort (1562-1641). Er begab sich, wie die meisten seiner Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge Einfluss auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke in seinem Werk nahm. 1600 wurde er Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen Zeitgenossen wie Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625), Frans Francken d. J. (1581-1642) oder auch Hendrik van Balen d. Ä. (1575-1632) befreundet war. So weist sein Werk auch manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten zu Vervielfältigung seiner Bilder in Kupferstichen. (1380391) (18)

Sebastian Vrancx,
1573 Antwerp – 1647 ibid., attributed

A pair of paintings.
SCENE OF LOOTING IN A VILLAGE
and
BATTLE SCENE WITH CANNONS OUTSIDE A WALLED CITY

Oil on copper.
Ca. 49.5 x 67.5 cm each.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

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07 Dec 2023
Germany, Munich
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