Tiberios III. Apsimaros, 698-705, Solidus (4,05 g), Rom. Av.: Kürassierte Büste mit...
Tiberios III. Apsimaros, 698-705, Solidus (4,05 g), Rom. Av.: Kürassierte Büste mit Kreuzdiadem von vorn, in der rechten Hand einen Speer vor die Brust und mit der linken Hand einen Schild mit Reiterverzierung haltend, darum Umschrift. Rev.: Sockelkreuz auf drei Stufen, links im Feld M-Monogramm, darum Umschrift, in Exergue "CONOB". Sear 1400, gutes sehr schön. Von äußerster Seltenheit! Laut Sammlernotiz im Juni 1964 bei der Münzen und Medaillen AG erworben.Tiberios III. wurde mit dem Namen Apsimar geboren und war vermutlich germanischer Abstammung. Er war im Jahre 696 Teil einer Befreiungsexpedition, die nach Karthago entsandt wurde, um es den umayyadischen Besatzern wieder zu entreißen; die Expedition kehrte jedoch erfolglos zurück. Da sie nun eine kaiserliche Bestrafung für das Misslingen befürchteten, rebellierten die Truppen, stürtzten Kaiser Leontius und erhoben Apsimar zum neuen Kaiser, der nun als Tiberios III. firmierte. Umgehend versuchte er, die Initiative gegen die vorrückenden Araber zurückzugewinnen. In Kleinasien erzielte er einige kleinere Erfolge, doch Karthago war für immer verloren – ein schwerer Schlag, der seine militärische Leitungsfähigkeit untergrub. Zudem musste Tiberios fürchten, dass der zuvor bereits von Leontius entmachtete Justinian II. nunmehr den Thron zurückzuerlangen suchte. Um dem zuvorzukommen, versuchte Tiberios ihn mithilfe einer Abordnung bei den Chasaren zu verhaften, bei welchen Justinian Zuflucht gefunden hatte, doch Justinian entging der Gefangennahme und kehrte im Jahre 705 an der Spitze einer bulgarischen Armee nach Konstantinopel zurück, die er durch einen Kanalisationstunnel wiederum direkt in die Stadt führen konnte. Dies traf den amtierenden Kaiser Tiberios entsprechend unvorbereitet, der nunmehr tatsächlich gefangen genommen und hingerichtet wurde.Die spärlichen Münzprägungen Tiberios´ III. zeigen ihn gemäß seines Aufstiegs durch das Militär mit Speer und Schild bewaffnet – ein Motiv, das ihn im ganzen Reich als wehrfähig gelten lassen sollte. Eine inzwischen veraltete Kaiserdarstellung, die so auch nicht mehr folgen sollte; weder Leontius noch Justinian II. hatten sich zuvor vergleichbar auf Münzen abbilden lassen. Von den Kaisern wurde inzwischen vielmehr erwartet, dass sie in der Hauptstadt ansässig blieben und regierten, während die tatsächliche militärische Operative von Militärs ausgeführt wurde. Der Nachteil dabei: Ein militärisches Versagen konnte dann wiederum die Regierungsautorität des Kaisers untergraben und naturgemäß spielte jener das Versagen wiederum auf die gescheiterten Truppen zurück, die nun mit Strafen zu rechnen hatten. Wir wir an Tiberios´ Aufstieg aber sehen, stellte gerade diese Korrelation stets eine latente Bedrohung für den Thron Ostroms dar, bedenkt man hierbei, dass das Reich sich längst in einer defensiven Lage befand.
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Tiberios III. Apsimaros, 698-705, Solidus (4,05 g), Rom. Av.: Kürassierte Büste mit Kreuzdiadem von vorn, in der rechten Hand einen Speer vor die Brust und mit der linken Hand einen Schild mit Reiterverzierung haltend, darum Umschrift. Rev.: Sockelkreuz auf drei Stufen, links im Feld M-Monogramm, darum Umschrift, in Exergue "CONOB". Sear 1400, gutes sehr schön. Von äußerster Seltenheit! Laut Sammlernotiz im Juni 1964 bei der Münzen und Medaillen AG erworben.Tiberios III. wurde mit dem Namen Apsimar geboren und war vermutlich germanischer Abstammung. Er war im Jahre 696 Teil einer Befreiungsexpedition, die nach Karthago entsandt wurde, um es den umayyadischen Besatzern wieder zu entreißen; die Expedition kehrte jedoch erfolglos zurück. Da sie nun eine kaiserliche Bestrafung für das Misslingen befürchteten, rebellierten die Truppen, stürtzten Kaiser Leontius und erhoben Apsimar zum neuen Kaiser, der nun als Tiberios III. firmierte. Umgehend versuchte er, die Initiative gegen die vorrückenden Araber zurückzugewinnen. In Kleinasien erzielte er einige kleinere Erfolge, doch Karthago war für immer verloren – ein schwerer Schlag, der seine militärische Leitungsfähigkeit untergrub. Zudem musste Tiberios fürchten, dass der zuvor bereits von Leontius entmachtete Justinian II. nunmehr den Thron zurückzuerlangen suchte. Um dem zuvorzukommen, versuchte Tiberios ihn mithilfe einer Abordnung bei den Chasaren zu verhaften, bei welchen Justinian Zuflucht gefunden hatte, doch Justinian entging der Gefangennahme und kehrte im Jahre 705 an der Spitze einer bulgarischen Armee nach Konstantinopel zurück, die er durch einen Kanalisationstunnel wiederum direkt in die Stadt führen konnte. Dies traf den amtierenden Kaiser Tiberios entsprechend unvorbereitet, der nunmehr tatsächlich gefangen genommen und hingerichtet wurde.Die spärlichen Münzprägungen Tiberios´ III. zeigen ihn gemäß seines Aufstiegs durch das Militär mit Speer und Schild bewaffnet – ein Motiv, das ihn im ganzen Reich als wehrfähig gelten lassen sollte. Eine inzwischen veraltete Kaiserdarstellung, die so auch nicht mehr folgen sollte; weder Leontius noch Justinian II. hatten sich zuvor vergleichbar auf Münzen abbilden lassen. Von den Kaisern wurde inzwischen vielmehr erwartet, dass sie in der Hauptstadt ansässig blieben und regierten, während die tatsächliche militärische Operative von Militärs ausgeführt wurde. Der Nachteil dabei: Ein militärisches Versagen konnte dann wiederum die Regierungsautorität des Kaisers untergraben und naturgemäß spielte jener das Versagen wiederum auf die gescheiterten Truppen zurück, die nun mit Strafen zu rechnen hatten. Wir wir an Tiberios´ Aufstieg aber sehen, stellte gerade diese Korrelation stets eine latente Bedrohung für den Thron Ostroms dar, bedenkt man hierbei, dass das Reich sich längst in einer defensiven Lage befand.
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