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Eduard Bäumer*

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Eduard Bäumer* (Kastellaun 1892 - 1977 München)
Kalabrische Küste, 1967
Ölkreide/Papier 49 x 80 cm

SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 1200 - 2400
STARTPREIS / STARTING PRICE € 1200

Eduard Bäumer* (Kastellaun 1892 - 1977 Munich)
Calabrian coast, 1967
oil pastel/paper 49 x 80 cm

Nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Frankfurt am Main studierte Eduard Bäumer ab 1908 an der dortigen Kunstgewerbeschule bei Ludwig Heinrich Jungnickel. Von 1910 bis 1914 besuchte er das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main, von 1919 bis 1922 war er dort Meisterschüler. Er ließ sich vor allem von den Expressionisten beeinflussen. 1923 heiratete er seine Studienkollegin Valerie Feix, 1924 bis 1928 entdeckte er auf Italienreisen die „wilde Natur“ um Cervara di Roma. Er arbeitete für den Ullstein-Verlag in Frankfurt am Main und Berlin. Von 1927 bis 1928 studierte er an der Schule von Johannes Itten in Berlin. Von 1930 bis 1931 hielt er sich in Paris auf; seine neusachliche Malerei wurde vom Kubismus beeinflusst. 1933 übersiedelte Bäumer mit seiner Familie nach Salzburg. Dort gestaltete er, auch mit seiner Frau Valerie Bäumer, Kinderbücher. Dank Alois und Magda Grasmayr konnte er ein Atelier betreiben und Dichterlesungen veranstalten, u. a. Werner Bergengruen. 1937 wurden in der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg Bäumers Aquarell „Kopf“ und aus dem Städelschen Kunstinstitut und Städtische Galerie Frankfurt/Main sein Tafelbild „Frankfurt-Ansicht“ beschlagnahmt. Das Tafelbild wurde zerstört. Aufgrund des Jüdischseins seiner Frau erhielt Bäumer Ausstellungsverbot. Pfarrer Balthasar Linsinger engagierte ihn aber für die Ausmalung der Decke der Wallfahrtskirche in Weißbach bei Lofer. Das Ehepaar wurde zu Zwangsarbeit bei der Baufirma Stockinger und Reinthaler an Seite russischer Kriegsgefangener verpflichrtet. Max Peiffer Watenphul ließ Bäumer in seinem Atelier malen. 1943 nahm mit drei Arbeiten an der von Reichsleiter Baldur von Schirach organisierten Ausstellung Junge Kunst im Deutschen Reich in Wien teil. Im gleichen Jahr wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Die Familie tauchte 1944 bei Pfarrer Linsinger in Großarl im Pongau unter. 1945 erfolgte die Rückkehr nach Salzburg. 1948 übernahm Bäumer die Meisterklasse für Malerei an der Akademie für angewandte Kunst Wien; 1950: Ernennung zum Professor. 1964 übersiedelte er nach Tropea in Kalabrien. Am 21. Jänner 1977 besuchte er in München die Ausstellung seines künstlerischen Vorbildes, Wassily Kandinsky, und wurde anschließend überfahren. Weiterführende Künstler und Begriffe: Valerie Feix, Max Beckmann, Johannes Itten, Georges Braque, Fernand Léger, Raoul Dufy, Max Peiffer Watenphul, Paul Hindemith, Georg Swarzenski, Neue Sachlichkeit, Expressionismus, Kubismus, Verlorene Generation

Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.

After an apprenticeship as a decorative painter in Frankfurt am Main, Eduard Bäumer studied under Ludwig Heinrich Jungnickel at the Kunstgewerbeschule there from 1908. From 1910 to 1914, he attended the Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main, and from 1919 to 1922 he was a master student there. He was influenced above all by the Expressionists. In 1923, he married his fellow student Valerie Feix, and from 1924 to 1928 he discovered the "wild nature" around Cervara di Roma on trips to Italy. He worked for the Ullstein publishing house in Frankfurt am Main and Berlin. From 1927 to 1928, he studied at the school of Johannes Itten in Berlin. From 1930 to 1931, he stayed in Paris; his neo-objective painting was influenced by Cubism. In 1933 Bäumer moved with his family to Salzburg. There he designed children's books, also with his wife Valerie Bäumer. Thanks to Alois and Magda Grasmayr, he was able to run a studio and organize poetry readings, including Werner Bergengruen. In 1937, Bäumer's watercolor "Kopf" was confiscated from the Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg and his panel painting "Frankfurt-Ansicht" from the Städelsche Kunstinstitut and Städtische Galerie Frankfurt/Main as part of the Nazi "Degenerate Art" campaign. The panel painting was destroyed. Because of his wife's Jewishness, Bäumer was banned from exhibiting. However, Pastor Balthasar Linsinger hired him to paint the ceiling of the pilgrimage church in Weißbach near Lofer. The couple was forced to work for the construction company Stockinger and Reinthaler alongside Russian prisoners of war. Max Peiffer Watenphul had Bäumer paint in his studio. In 1943 he participated with three works in the exhibition Young Art in the German Reich organized by Reichsleiter Baldur von Schirach in Vienna. In the same year he was drafted for military service. In 1944, the family went into hiding with Pastor Linsinger in Großarl in Pongau. In 1945, they returned to Salzburg. In 1948 Bäumer, took over the master class for painting at the Academy of Applied Arts in Vienna; 1950: appointment as professor. In 1964 he moved to Tropea in Calabria. On January 21, 1977, he visited the exhibition of his artistic idol, Wassily Kandinsky, in Munich and was subsequently run over. Further artists and styles: Related artists and terms: Valerie Feix, Max Beckmann, Johannes Itten, Georges Braque, Fernand Léger, Raoul Dufy, Max Peiffer Watenphul, Paul Hindemith, Georg Swarzenski, New Objectivity, Expressionism, Cubism, Lost Generation

PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.

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Estimate
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Time, Location
26 Nov 2026
Austria, Vienna
Auction House
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Eduard Bäumer* (Kastellaun 1892 - 1977 München)
Kalabrische Küste, 1967
Ölkreide/Papier 49 x 80 cm

SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 1200 - 2400
STARTPREIS / STARTING PRICE € 1200

Eduard Bäumer* (Kastellaun 1892 - 1977 Munich)
Calabrian coast, 1967
oil pastel/paper 49 x 80 cm

Nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Frankfurt am Main studierte Eduard Bäumer ab 1908 an der dortigen Kunstgewerbeschule bei Ludwig Heinrich Jungnickel. Von 1910 bis 1914 besuchte er das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main, von 1919 bis 1922 war er dort Meisterschüler. Er ließ sich vor allem von den Expressionisten beeinflussen. 1923 heiratete er seine Studienkollegin Valerie Feix, 1924 bis 1928 entdeckte er auf Italienreisen die „wilde Natur“ um Cervara di Roma. Er arbeitete für den Ullstein-Verlag in Frankfurt am Main und Berlin. Von 1927 bis 1928 studierte er an der Schule von Johannes Itten in Berlin. Von 1930 bis 1931 hielt er sich in Paris auf; seine neusachliche Malerei wurde vom Kubismus beeinflusst. 1933 übersiedelte Bäumer mit seiner Familie nach Salzburg. Dort gestaltete er, auch mit seiner Frau Valerie Bäumer, Kinderbücher. Dank Alois und Magda Grasmayr konnte er ein Atelier betreiben und Dichterlesungen veranstalten, u. a. Werner Bergengruen. 1937 wurden in der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg Bäumers Aquarell „Kopf“ und aus dem Städelschen Kunstinstitut und Städtische Galerie Frankfurt/Main sein Tafelbild „Frankfurt-Ansicht“ beschlagnahmt. Das Tafelbild wurde zerstört. Aufgrund des Jüdischseins seiner Frau erhielt Bäumer Ausstellungsverbot. Pfarrer Balthasar Linsinger engagierte ihn aber für die Ausmalung der Decke der Wallfahrtskirche in Weißbach bei Lofer. Das Ehepaar wurde zu Zwangsarbeit bei der Baufirma Stockinger und Reinthaler an Seite russischer Kriegsgefangener verpflichrtet. Max Peiffer Watenphul ließ Bäumer in seinem Atelier malen. 1943 nahm mit drei Arbeiten an der von Reichsleiter Baldur von Schirach organisierten Ausstellung Junge Kunst im Deutschen Reich in Wien teil. Im gleichen Jahr wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Die Familie tauchte 1944 bei Pfarrer Linsinger in Großarl im Pongau unter. 1945 erfolgte die Rückkehr nach Salzburg. 1948 übernahm Bäumer die Meisterklasse für Malerei an der Akademie für angewandte Kunst Wien; 1950: Ernennung zum Professor. 1964 übersiedelte er nach Tropea in Kalabrien. Am 21. Jänner 1977 besuchte er in München die Ausstellung seines künstlerischen Vorbildes, Wassily Kandinsky, und wurde anschließend überfahren. Weiterführende Künstler und Begriffe: Valerie Feix, Max Beckmann, Johannes Itten, Georges Braque, Fernand Léger, Raoul Dufy, Max Peiffer Watenphul, Paul Hindemith, Georg Swarzenski, Neue Sachlichkeit, Expressionismus, Kubismus, Verlorene Generation

Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.

After an apprenticeship as a decorative painter in Frankfurt am Main, Eduard Bäumer studied under Ludwig Heinrich Jungnickel at the Kunstgewerbeschule there from 1908. From 1910 to 1914, he attended the Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main, and from 1919 to 1922 he was a master student there. He was influenced above all by the Expressionists. In 1923, he married his fellow student Valerie Feix, and from 1924 to 1928 he discovered the "wild nature" around Cervara di Roma on trips to Italy. He worked for the Ullstein publishing house in Frankfurt am Main and Berlin. From 1927 to 1928, he studied at the school of Johannes Itten in Berlin. From 1930 to 1931, he stayed in Paris; his neo-objective painting was influenced by Cubism. In 1933 Bäumer moved with his family to Salzburg. There he designed children's books, also with his wife Valerie Bäumer. Thanks to Alois and Magda Grasmayr, he was able to run a studio and organize poetry readings, including Werner Bergengruen. In 1937, Bäumer's watercolor "Kopf" was confiscated from the Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg and his panel painting "Frankfurt-Ansicht" from the Städelsche Kunstinstitut and Städtische Galerie Frankfurt/Main as part of the Nazi "Degenerate Art" campaign. The panel painting was destroyed. Because of his wife's Jewishness, Bäumer was banned from exhibiting. However, Pastor Balthasar Linsinger hired him to paint the ceiling of the pilgrimage church in Weißbach near Lofer. The couple was forced to work for the construction company Stockinger and Reinthaler alongside Russian prisoners of war. Max Peiffer Watenphul had Bäumer paint in his studio. In 1943 he participated with three works in the exhibition Young Art in the German Reich organized by Reichsleiter Baldur von Schirach in Vienna. In the same year he was drafted for military service. In 1944, the family went into hiding with Pastor Linsinger in Großarl in Pongau. In 1945, they returned to Salzburg. In 1948 Bäumer, took over the master class for painting at the Academy of Applied Arts in Vienna; 1950: appointment as professor. In 1964 he moved to Tropea in Calabria. On January 21, 1977, he visited the exhibition of his artistic idol, Wassily Kandinsky, in Munich and was subsequently run over. Further artists and styles: Related artists and terms: Valerie Feix, Max Beckmann, Johannes Itten, Georges Braque, Fernand Léger, Raoul Dufy, Max Peiffer Watenphul, Paul Hindemith, Georg Swarzenski, New Objectivity, Expressionism, Cubism, Lost Generation

PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.

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Time, Location
26 Nov 2026
Austria, Vienna
Auction House
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