Eduard Josef Wimmer-Wisgrill*
Eduard Josef Wimmer-Wisgrill* (Wien 1882 - 1961 Wien)
Kostümentwurf Papageno, 1916
Aquarell und Bleistift/Papier 29 x 23 cm
datiert 16, monogrammiert W
Modeentwurf wohl für die Wiener Werkstätte
SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 500 - 800
STARTPREIS / STARTING PRICE € 500
Eduard Josef Wimmer-Wisgrill* (Vienna 1882 - 1961 Vienna)
Costume design Papageno, 1916
watercolor and pencil/paper 29 x 23 cm
dated 16, monogrammed W
design possibly for Wiener Werkstätte
Eduard Wimmer-Wisgrill war um die Jahrhundertwende und in den ersten beiden Jahrzehnten danach ein bedeutender österreichischer Innenarchitekt und Designer, der vor allem als Modeschöpfer besonders erfolgreich war. Mit seinen Entwürfen prägte er den Stil der Wiener Werkstätte entscheidend; als Leiter der Werkstätte für Mode an der Kunstgewerbeschule beeinflusste er eine ganze Generation von jungen Studentinnen und Studenten. Seine künstlerische Laufbahn begann Wimmer-Wisgrill als Privatschüler von Koloman Moser. Im Anschluss daran studierte er 1901 bis 1907 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Josef Hoffmann und Alfred Roller. 1907 gründete er die Modeabteilung der Wiener Werkstätte, die er mehr als zehn Jahre lang auch führte. Danach wurde er als Leiter für Mode und Modezeichnen an die Kunstgewerbeschule berufen. Wimmer-Wisgrill schuf zahlreiche Entwürfe für Kostüme und Bühnenausstattung für das legendäre Cabaret Fledermaus und war an der Inneneinrichtung des Palais Stoclet beteiligt. In den 1920er Jahren hielt er sich einige Zeit in New York und Chicago auf, wo er Kostümentwürfe für Theater anfertigte und am Art Institute in Chicago unterrichtete. 1925 kehrte er an die Kunstgewerbeschule zurück, wo er bis 1955 als Leiter der Meisterklasse für Mode und der Werkstätte für Textilarbeiten tätig war. Da er viel für Theater arbeitete, und die Wiener Werkstätte generell sehr experimentierfreudig war, wirkten seine modischen Kreationen neuartig und frisch, im Gegensatz zur zeitgenössischen Standardmode.Die Entwürfe von Wimmer-Wisgrill können in dem Zusammenhang durchaus als nächster Entwicklungsschritt gesehen werden, in dem ausgehend vom weiten Reformkleid eine bequeme und zeitgemäße Mode entsteht. Besonders die Damenmode machte also grosse Fortschritte. Spannend erscheint in dem Zusammenhang, dass die Tätigkeit an der Kunstgewerbeschule oder für die Wiener Werkstätte für Frauen damals eine der wenigen Möglichkeiten war, aktiv am Kunstgeschehen teilzunehmen. Die Akademie blieb Studentinnen bis 1920 gänzlich verschlossen, die erste weibliche Lehrende gab es dort erst in den 1940er Jahren. So fanden sich auch in der Klasse von Wimmer-Wisgrill einige Studentinnen. Unter anderem bildete er auch Gertrud Kornhas-Brandt aus, die spätere Gründerin der Deutschen Meisterschule für Mode in München. Weiterführende Künstler und Begriffe: Hochschule für Angewandte Kunst, Universität für angewandte Kunst, Franz Barwig der Ältere, Wander Bertoni, Max Domenig, Adolf Frohner, Bruno Gironcoli, Zaha Hadid, Anton Hanak, Erika Giovanna Klien, Gustav Klimt, Hans Knesl, Oskar Kokoschka, Bertold Löffler, Dorit Margreiter, Koloman Moser, Dagobert Peche, Carl Otto Czeschka, Vally Wieselthier, Michael Powolny, Mathilde Flögl, Gustav Klimt, Carl Moll, Berthold Löffler, Oswald Haerdtl, Otto Prutscher, Lilly Reich, Gudrun Baudisch, Jutta Sika, Susi Singer, Maria Likarz, Carl Breuer, Richard Luksch, Emil Orlik, Ludwig Heinrich Jungnickel
Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
Eduard Wimmer-Wisgrill was an important Austrian interior architect and designer around the turn of the century and in the first two decades afterwards, who was particularly successful as a fashion designer. With his designs he had a decisive influence on the style of the Wiener Werkstätte; As head of the fashion workshop at the School of Applied Arts, he influenced an entire generation of young students. Wimmer-Wisgrill began his artistic career as a private student of Koloman Moser. He then studied from 1901 to 1907 at the Vienna School of Applied Arts under Josef Hoffmann and Alfred Roller. In 1907 he founded the fashion department of the Wiener Werkstätte, which he headed for more than ten years. He was then appointed head of fashion and fashion drawing at the School of Applied Arts. Wimmer-Wisgrill created numerous designs for costumes and stage sets for the legendary Cabaret Fledermaus and was involved in the interior design of the Palais Stoclet. In the 1920s he spent some time in New York and Chicago, where he created costume designs for theaters and taught at the Art Institute in Chicago. In 1925 he returned to the Vienna School of Applied Arts, where he worked as head of the fashion master class and the textile workshop until 1955. Since he worked a lot for the theater and the Wiener Werkstätte was generally very experimental, his fashion creations appeared new and fresh, in contrast to standard contemporary fashion. In this context, Wimmer-Wisgrill's designs can definitely be seen as the next step in development, a comfortable and contemporary fashion emerged from the wide reform dress. Women's fashion in particular made great progress. What seems exciting in this context is that working at the arts and crafts school or at the Wiener Werkstätte was one of the few opportunities for women to actively participate in the art scene at the time. The academy remained completely closed to female students until 1920; the first female teacher was not appointed there until the 1940s. There were also some female students in Wimmer-Wisgrill's class. Among other things, he also trained Gertrud Kornhas-Brandt, who later founded the German Master School for Fashion in Munich. Further artists and styles: University of Applied Arts, University of Applied Arts, Franz Barwig the Elder, Wander Bertoni, Max Domenig, Adolf Frohner, Bruno Gironcoli, Zaha Hadid, Anton Hanak, Erika Giovanna Klien, Gustav Klimt, Hans Knesl, Oskar Kokoschka, Bertold Löffler, Dorit Margreiter, Koloman Moser, Dagobert Peche, Carl Otto Czeschka, Vally Wieselthier, Michael Powolny, Mathilde Flögl, Gustav Klimt, Carl Moll, Berthold Löffler, Oswald Haerdtl, Otto Prutscher, Lilly Reich, Gudrun Baudisch, Jutta Sika, Susi Singer, Maria Likarz, Carl Breuer, Richard Luksch, Emil Orlik, Ludwig Heinrich Jungnickel
PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.
Estimate
Time, Location
Auction House
Eduard Josef Wimmer-Wisgrill* (Wien 1882 - 1961 Wien)
Kostümentwurf Papageno, 1916
Aquarell und Bleistift/Papier 29 x 23 cm
datiert 16, monogrammiert W
Modeentwurf wohl für die Wiener Werkstätte
SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 500 - 800
STARTPREIS / STARTING PRICE € 500
Eduard Josef Wimmer-Wisgrill* (Vienna 1882 - 1961 Vienna)
Costume design Papageno, 1916
watercolor and pencil/paper 29 x 23 cm
dated 16, monogrammed W
design possibly for Wiener Werkstätte
Eduard Wimmer-Wisgrill war um die Jahrhundertwende und in den ersten beiden Jahrzehnten danach ein bedeutender österreichischer Innenarchitekt und Designer, der vor allem als Modeschöpfer besonders erfolgreich war. Mit seinen Entwürfen prägte er den Stil der Wiener Werkstätte entscheidend; als Leiter der Werkstätte für Mode an der Kunstgewerbeschule beeinflusste er eine ganze Generation von jungen Studentinnen und Studenten. Seine künstlerische Laufbahn begann Wimmer-Wisgrill als Privatschüler von Koloman Moser. Im Anschluss daran studierte er 1901 bis 1907 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Josef Hoffmann und Alfred Roller. 1907 gründete er die Modeabteilung der Wiener Werkstätte, die er mehr als zehn Jahre lang auch führte. Danach wurde er als Leiter für Mode und Modezeichnen an die Kunstgewerbeschule berufen. Wimmer-Wisgrill schuf zahlreiche Entwürfe für Kostüme und Bühnenausstattung für das legendäre Cabaret Fledermaus und war an der Inneneinrichtung des Palais Stoclet beteiligt. In den 1920er Jahren hielt er sich einige Zeit in New York und Chicago auf, wo er Kostümentwürfe für Theater anfertigte und am Art Institute in Chicago unterrichtete. 1925 kehrte er an die Kunstgewerbeschule zurück, wo er bis 1955 als Leiter der Meisterklasse für Mode und der Werkstätte für Textilarbeiten tätig war. Da er viel für Theater arbeitete, und die Wiener Werkstätte generell sehr experimentierfreudig war, wirkten seine modischen Kreationen neuartig und frisch, im Gegensatz zur zeitgenössischen Standardmode.Die Entwürfe von Wimmer-Wisgrill können in dem Zusammenhang durchaus als nächster Entwicklungsschritt gesehen werden, in dem ausgehend vom weiten Reformkleid eine bequeme und zeitgemäße Mode entsteht. Besonders die Damenmode machte also grosse Fortschritte. Spannend erscheint in dem Zusammenhang, dass die Tätigkeit an der Kunstgewerbeschule oder für die Wiener Werkstätte für Frauen damals eine der wenigen Möglichkeiten war, aktiv am Kunstgeschehen teilzunehmen. Die Akademie blieb Studentinnen bis 1920 gänzlich verschlossen, die erste weibliche Lehrende gab es dort erst in den 1940er Jahren. So fanden sich auch in der Klasse von Wimmer-Wisgrill einige Studentinnen. Unter anderem bildete er auch Gertrud Kornhas-Brandt aus, die spätere Gründerin der Deutschen Meisterschule für Mode in München. Weiterführende Künstler und Begriffe: Hochschule für Angewandte Kunst, Universität für angewandte Kunst, Franz Barwig der Ältere, Wander Bertoni, Max Domenig, Adolf Frohner, Bruno Gironcoli, Zaha Hadid, Anton Hanak, Erika Giovanna Klien, Gustav Klimt, Hans Knesl, Oskar Kokoschka, Bertold Löffler, Dorit Margreiter, Koloman Moser, Dagobert Peche, Carl Otto Czeschka, Vally Wieselthier, Michael Powolny, Mathilde Flögl, Gustav Klimt, Carl Moll, Berthold Löffler, Oswald Haerdtl, Otto Prutscher, Lilly Reich, Gudrun Baudisch, Jutta Sika, Susi Singer, Maria Likarz, Carl Breuer, Richard Luksch, Emil Orlik, Ludwig Heinrich Jungnickel
Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
Eduard Wimmer-Wisgrill was an important Austrian interior architect and designer around the turn of the century and in the first two decades afterwards, who was particularly successful as a fashion designer. With his designs he had a decisive influence on the style of the Wiener Werkstätte; As head of the fashion workshop at the School of Applied Arts, he influenced an entire generation of young students. Wimmer-Wisgrill began his artistic career as a private student of Koloman Moser. He then studied from 1901 to 1907 at the Vienna School of Applied Arts under Josef Hoffmann and Alfred Roller. In 1907 he founded the fashion department of the Wiener Werkstätte, which he headed for more than ten years. He was then appointed head of fashion and fashion drawing at the School of Applied Arts. Wimmer-Wisgrill created numerous designs for costumes and stage sets for the legendary Cabaret Fledermaus and was involved in the interior design of the Palais Stoclet. In the 1920s he spent some time in New York and Chicago, where he created costume designs for theaters and taught at the Art Institute in Chicago. In 1925 he returned to the Vienna School of Applied Arts, where he worked as head of the fashion master class and the textile workshop until 1955. Since he worked a lot for the theater and the Wiener Werkstätte was generally very experimental, his fashion creations appeared new and fresh, in contrast to standard contemporary fashion. In this context, Wimmer-Wisgrill's designs can definitely be seen as the next step in development, a comfortable and contemporary fashion emerged from the wide reform dress. Women's fashion in particular made great progress. What seems exciting in this context is that working at the arts and crafts school or at the Wiener Werkstätte was one of the few opportunities for women to actively participate in the art scene at the time. The academy remained completely closed to female students until 1920; the first female teacher was not appointed there until the 1940s. There were also some female students in Wimmer-Wisgrill's class. Among other things, he also trained Gertrud Kornhas-Brandt, who later founded the German Master School for Fashion in Munich. Further artists and styles: University of Applied Arts, University of Applied Arts, Franz Barwig the Elder, Wander Bertoni, Max Domenig, Adolf Frohner, Bruno Gironcoli, Zaha Hadid, Anton Hanak, Erika Giovanna Klien, Gustav Klimt, Hans Knesl, Oskar Kokoschka, Bertold Löffler, Dorit Margreiter, Koloman Moser, Dagobert Peche, Carl Otto Czeschka, Vally Wieselthier, Michael Powolny, Mathilde Flögl, Gustav Klimt, Carl Moll, Berthold Löffler, Oswald Haerdtl, Otto Prutscher, Lilly Reich, Gudrun Baudisch, Jutta Sika, Susi Singer, Maria Likarz, Carl Breuer, Richard Luksch, Emil Orlik, Ludwig Heinrich Jungnickel
PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.