Erika Giovanna Klien*
Erika Giovanna Klien* (Borgo Valsugana 1900 - 1957 New York)
Kinetische Komposition
Mischtechnik/Papier 30,3 x 22,9 cm
SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 2000 - 3000
STARTPREIS / STARTING PRICE € 2000
Erika Giovanna Klien* (Borgo Valsugana 1900 - 1957 New York)
Kinetic composition
mixed media/paper 30,3 x 22,9 cm
Die österreichisch-amerikanische Künstlerin Erika Giovanna Klien studierte von 1919 bis 1924 bei Viktor Schufinsky, Franz Čižek, Rudolf von Larisch und Reinhold Klaus an der Wiener Kunstgewerbeschule. Prägend waren für sie insbesondere die ornamentale Formenlehre und Čižeks Kinderkunstklasse. In dessen Unterricht entwickelte sich der Wiener Kinetismus, dessen bedeutendste Vertreterin Klien wurde. Gemeinsam mit My Ullmann und Elisabeth Karlinsky gehörte sie zu den besonders radikalen Schülerinnen Čižeks; auch Johanna Reismayr-Fritsche und Gertrude Neuwirth sind diesem Umfeld zuzurechnen. Broncia Koller-Pinell nahm später bei Klien Unterricht. Der Kinetismus verstand Bewegung als zentrales Gestaltungsmittel und verband Einflüsse von Expressionismus, Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus. Klien setzte sich dabei mit internationalen Avantgarden auseinander, etwa mit den futuristischen Dynamikstudien Umberto Boccionis, Giacomo Ballas und Gino Severinis sowie mit der kubistisch geprägten Farb- und Simultanästhetik von Sonia und Robert Delaunay. Auch Fernand Léger, Alexandra Exter, Oskar Schlemmer und László Moholy-Nagy bilden wichtige Vergleichspunkte für die Verbindung von Bewegung, Figur, Bühne, Raum und moderner Technik. Bereits während ihrer Ausbildung nahm Klien an verschiedenen Ausstellungen teil und entwickelte ein besonderes Interesse für Schauspiel und Marionettentheater. Angeregt durch den Schriftsteller und Tänzer Leopold Wolfgang Rochowanski und dessen Frau, die Tänzerin Katja Kandinsky, besuchte sie die Schauspielschule und arbeitete an einem kinetischen Marionettentheater. 1925 schloss sie ihre Ausbildung zur Kunstpädagogin bei Franz Čižek ab und bezog ein Atelier in Purkersdorf. Als Gebrauchsgrafikerin verdiente sie ihren Lebensunterhalt unter anderem mit Entwürfen für Spielzeug. Von 1926 bis 1928 lehrte Klien an der Elizabeth Duncan School in Klessheim. 1929 übersiedelte sie nach New York und unterrichtete an der Stuyvesant School, der Dalton School, der New School for Social Research und der Spence School. Daneben profilierte sie sich mit theoretischen Schriften zur Kunsterziehung. Eine Reise nach New Mexico führte sie 1934 zur Auseinandersetzung mit indigener Kultur; zugleich begann sie eine abstrakte Vogelflugserie in Linolschnitt. Kliens künstlerisches Interesse galt der Bewegung von Menschen, Tieren und Pflanzen ebenso wie technischen Geräten und Verkehrsmitteln, etwa der New Yorker U-Bahn. Um 1934 schuf sie zwei Holzreliefs mit Tänzerinnen zur Ausstattung ihres eigenen Arbeitszimmers. Das verso befindliche Etikett verweist auf eine Verkaufsausstellung an der Spence School, an der Klien bis 1940 unterrichtete und die beiden Reliefs gemeinsam mit Schülerarbeiten präsentierte.
Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
The Austrian-American artist Erika Giovanna Klien studied at the Vienna School of Arts and Crafts from 1919 to 1924 under Viktor Schufinsky, Franz Čižek, Rudolf von Larisch, and Reinhold Klaus. She was particularly influenced by the study of ornamental forms and by Čižek’s class on children's art. It was in his classes that the movement known as Viennese Kineticism emerged, and Klien became its most significant representative. Along with My Ullmann and Elisabeth Karlinsky, she was one of Čižek’s most radical students; Johanna Reismayr-Fritsche and Gertrude Neuwirth are also associated with this circle. Broncia Koller-Pinell later took lessons from Klien. Kineticism treated movement as a central element of artistic composition, combining influences from Expressionism, Cubism, Futurism, and Constructivism. In doing so, Klien engaged with international avant-garde movements—such as the Futurist studies of dynamism by Umberto Boccioni, Giacomo Balla, and Gino Severini, as well as the Cubist-influenced aesthetics of color and simultaneity developed by Sonia and Robert Delaunay. Fernand Léger, Alexandra Exter, Oskar Schlemmer, and László Moholy-Nagy also serve as important points of comparison regarding the interplay of movement, the human figure, the stage, space, and modern technology. Even during her training, Klien participated in various exhibitions and developed a keen interest in drama and marionette theater. Encouraged by the writer and dancer Leopold Wolfgang Rochowanski and his wife, the dancer Katja Kandinsky, she attended drama school and worked on a kinetic marionette theater project. In 1925, she completed her training as an art educator under Franz Čižek and set up a studio in Purkersdorf. She earned her living as a commercial artist, creating designs that included toys. From 1926 to 1928, Klien taught at the Elizabeth Duncan School in Klessheim. In 1929, she moved to New York and taught at the Stuyvesant School, the Dalton School, the New School for Social Research, and the Spence School. Alongside her teaching, she established a reputation through her theoretical writings on art education. A trip to New Mexico in 1934 led her to engage with Indigenous culture; at the same time, she began a series of abstract linocuts depicting the flight of birds. Klien’s artistic interests encompassed the movement of people, animals, and plants, as well as technical devices and modes of transport, such as the New York subway. Around 1934, she created two wood reliefs featuring dancers to decorate her own study. A label on the reverse refers to a sales exhibition at the Spence School, where Klien taught until 1940 and where she presented the two reliefs alongside works by her students.
PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.
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Auction House
Erika Giovanna Klien* (Borgo Valsugana 1900 - 1957 New York)
Kinetische Komposition
Mischtechnik/Papier 30,3 x 22,9 cm
SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 2000 - 3000
STARTPREIS / STARTING PRICE € 2000
Erika Giovanna Klien* (Borgo Valsugana 1900 - 1957 New York)
Kinetic composition
mixed media/paper 30,3 x 22,9 cm
Die österreichisch-amerikanische Künstlerin Erika Giovanna Klien studierte von 1919 bis 1924 bei Viktor Schufinsky, Franz Čižek, Rudolf von Larisch und Reinhold Klaus an der Wiener Kunstgewerbeschule. Prägend waren für sie insbesondere die ornamentale Formenlehre und Čižeks Kinderkunstklasse. In dessen Unterricht entwickelte sich der Wiener Kinetismus, dessen bedeutendste Vertreterin Klien wurde. Gemeinsam mit My Ullmann und Elisabeth Karlinsky gehörte sie zu den besonders radikalen Schülerinnen Čižeks; auch Johanna Reismayr-Fritsche und Gertrude Neuwirth sind diesem Umfeld zuzurechnen. Broncia Koller-Pinell nahm später bei Klien Unterricht. Der Kinetismus verstand Bewegung als zentrales Gestaltungsmittel und verband Einflüsse von Expressionismus, Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus. Klien setzte sich dabei mit internationalen Avantgarden auseinander, etwa mit den futuristischen Dynamikstudien Umberto Boccionis, Giacomo Ballas und Gino Severinis sowie mit der kubistisch geprägten Farb- und Simultanästhetik von Sonia und Robert Delaunay. Auch Fernand Léger, Alexandra Exter, Oskar Schlemmer und László Moholy-Nagy bilden wichtige Vergleichspunkte für die Verbindung von Bewegung, Figur, Bühne, Raum und moderner Technik. Bereits während ihrer Ausbildung nahm Klien an verschiedenen Ausstellungen teil und entwickelte ein besonderes Interesse für Schauspiel und Marionettentheater. Angeregt durch den Schriftsteller und Tänzer Leopold Wolfgang Rochowanski und dessen Frau, die Tänzerin Katja Kandinsky, besuchte sie die Schauspielschule und arbeitete an einem kinetischen Marionettentheater. 1925 schloss sie ihre Ausbildung zur Kunstpädagogin bei Franz Čižek ab und bezog ein Atelier in Purkersdorf. Als Gebrauchsgrafikerin verdiente sie ihren Lebensunterhalt unter anderem mit Entwürfen für Spielzeug. Von 1926 bis 1928 lehrte Klien an der Elizabeth Duncan School in Klessheim. 1929 übersiedelte sie nach New York und unterrichtete an der Stuyvesant School, der Dalton School, der New School for Social Research und der Spence School. Daneben profilierte sie sich mit theoretischen Schriften zur Kunsterziehung. Eine Reise nach New Mexico führte sie 1934 zur Auseinandersetzung mit indigener Kultur; zugleich begann sie eine abstrakte Vogelflugserie in Linolschnitt. Kliens künstlerisches Interesse galt der Bewegung von Menschen, Tieren und Pflanzen ebenso wie technischen Geräten und Verkehrsmitteln, etwa der New Yorker U-Bahn. Um 1934 schuf sie zwei Holzreliefs mit Tänzerinnen zur Ausstattung ihres eigenen Arbeitszimmers. Das verso befindliche Etikett verweist auf eine Verkaufsausstellung an der Spence School, an der Klien bis 1940 unterrichtete und die beiden Reliefs gemeinsam mit Schülerarbeiten präsentierte.
Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
The Austrian-American artist Erika Giovanna Klien studied at the Vienna School of Arts and Crafts from 1919 to 1924 under Viktor Schufinsky, Franz Čižek, Rudolf von Larisch, and Reinhold Klaus. She was particularly influenced by the study of ornamental forms and by Čižek’s class on children's art. It was in his classes that the movement known as Viennese Kineticism emerged, and Klien became its most significant representative. Along with My Ullmann and Elisabeth Karlinsky, she was one of Čižek’s most radical students; Johanna Reismayr-Fritsche and Gertrude Neuwirth are also associated with this circle. Broncia Koller-Pinell later took lessons from Klien. Kineticism treated movement as a central element of artistic composition, combining influences from Expressionism, Cubism, Futurism, and Constructivism. In doing so, Klien engaged with international avant-garde movements—such as the Futurist studies of dynamism by Umberto Boccioni, Giacomo Balla, and Gino Severini, as well as the Cubist-influenced aesthetics of color and simultaneity developed by Sonia and Robert Delaunay. Fernand Léger, Alexandra Exter, Oskar Schlemmer, and László Moholy-Nagy also serve as important points of comparison regarding the interplay of movement, the human figure, the stage, space, and modern technology. Even during her training, Klien participated in various exhibitions and developed a keen interest in drama and marionette theater. Encouraged by the writer and dancer Leopold Wolfgang Rochowanski and his wife, the dancer Katja Kandinsky, she attended drama school and worked on a kinetic marionette theater project. In 1925, she completed her training as an art educator under Franz Čižek and set up a studio in Purkersdorf. She earned her living as a commercial artist, creating designs that included toys. From 1926 to 1928, Klien taught at the Elizabeth Duncan School in Klessheim. In 1929, she moved to New York and taught at the Stuyvesant School, the Dalton School, the New School for Social Research, and the Spence School. Alongside her teaching, she established a reputation through her theoretical writings on art education. A trip to New Mexico in 1934 led her to engage with Indigenous culture; at the same time, she began a series of abstract linocuts depicting the flight of birds. Klien’s artistic interests encompassed the movement of people, animals, and plants, as well as technical devices and modes of transport, such as the New York subway. Around 1934, she created two wood reliefs featuring dancers to decorate her own study. A label on the reverse refers to a sales exhibition at the Spence School, where Klien taught until 1940 and where she presented the two reliefs alongside works by her students.
PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.