Ernst Huber*
Ernst Huber* (Wien 1895 - 1960 Wien)
Bauernpärchen, 1946
Keramik 15 x 22,2 cm
monogrammiert E.H.
verso datiert 23. XII. 1946
SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 800 - 1600
STARTPREIS / STARTING PRICE € 800
Ernst Huber* (Vienna 1895 - 1960 Vienna)
Peasant Couple, 1946
Ceramic 15 x 22,2 cm
monogrammed E.H.
verso dated 23. XII. 1946
Ernst Huber, österreichischer Grafiker und Landschaftsmaler, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Schriftsetzer und arbeitete als Setzer und Lithograph, bevor er sich – weitgehend als Autodidakt – der Malerei zuwandte. Erste Ausstellungserfolge stellten sich 1919 ein, als Josef Hoffmann seine Arbeiten im Palmenhaus im Burggarten entdeckte und ihn – über die Vermittlung des Bildhauers Gustinus Ambrosi – in die Künstlergruppe der Kunstschau einführte. Dort kam Huber mit Vertretern der Wiener Moderne in Kontakt und begegnete bedeutenden Malern wie Herbert Boeckl, Anton Faistauer, Oskar Kokoschka, Anton Kolig und Franz Wiegele, deren expressiver Zugang zur Farbe seine weitere Entwicklung mitprägte. 1920 wurde Huber Mitglied des Hagenbundes, einer der fortschrittlichsten Wiener Künstlervereinigungen der Zwischenkriegszeit, und schloss sich später auch der Gruppe Die Sieben an, die für eine moderne, von Tradition und Avantgarde gleichermaßen beeinflusste Malerei stand. 1932 trat er der Wiener Secession bei, womit er endgültig in den Kreis der maßgeblichen Protagonisten der österreichischen Kunst seiner Zeit aufstieg. Parallel dazu war Huber der Zinkenbacher Malerkolonie verbunden und pflegte enge Freundschaften mit Ferdinand Kitt, Franz von Zülow, Josef Dobrowsky, Georg Ehrlich, Georg Merkel sowie mit Ludwig Heinrich Jungnickel und Sergius Pauser, mit denen ihn sowohl eine Hinwendung zur impressionistischen Landschaft als auch zur modernen Figurenkomposition verband. Hubers Œuvre wird von Landschaftsdarstellungen dominiert, im Frühwerk vor allem Motive aus Niederösterreich, Oberösterreich und dem Salzkammergut, die er in leuchtenden, oft atmosphärisch vibrierenden Bildern festhielt. Seine Malerei bewegt sich zwischen Expressionismus und impressionistischer Naturauffassung, wobei er besonders in der Porträtmalerei und in vielfigurigen Szenen eine eigenständige Balance zwischen Charakterstudie und dekorativer Flächenwirkung erreicht. Die Auseinandersetzung mit den Gemälden von Pieter Bruegel dem Älteren führte zu einer besonderen Vorliebe für komplexe, vielfigurige Darstellungen von Volksfesten und Alltagsereignissen, die ihn später auch für Aufgaben der Bühnenbildnerei und der erzählerischen Grafik prädestinierten. Technisch arbeitete Huber vor allem in Öl und Aquarell, schuf aber auch Hinterglas- und Kachelmalereien sowie zahlreiche Buchillustrationen, mit denen er zur Nachkriegsgrafik in Österreich einen eigenständigen Beitrag leistete. Seine Landschaften und Stadtansichten, häufig mit Kirchen und religiösen Motiven, stehen zugleich in engem Zusammenhang mit der Wiener Sakralkunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der eine moderne, farbbetonte Bildsprache mit traditionellen Themen verschmolz. Ab 1932 beschickte Huber regelmäßig die Biennale in Venedig; 1935 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Aquarell, 1937 den Ehrenpreis der Stadt Wien, 1949 den Professorentitel und 1952 den Ehrenpreis für Malerei im Kunstverein Salzburg. Als Lehrer und an der Wiener Akademie ausgebildete Kollegen wie Karl Sterrer und Wilhelm Dachauer bildeten das kunstpolitische Umfeld, in dem sich Hubers Karriere zwischen konservativer Institution und moderner Künstlergruppe bewegte. In dieser Konstellation nahm er eine vermittelnde Position innerhalb der Wiener Moderne ein, in der freie Landschaft, angewandte Kunst und sakrale Auftragswerke eine charakteristische Synthese eingehen.
Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
Ernst Huber, an Austrian graphic artist and landscape painter, initially trained as a typesetter and worked as a typesetter and lithographer before turning to painting—largely as a self-taught artist. His first exhibition successes came in 1919 when Josef Hoffmann discovered his work in the Palm House in the Burggarten and, through the mediation of the sculptor Gustinus Ambrosi, introduced him to the artists' group of the Kunstschau (Vienna Art Show). There, Huber came into contact with representatives of Viennese Modernism and met important painters such as Herbert Boeckl, Anton Faistauer, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, and Franz Wiegele, whose expressive approach to color significantly influenced his further development. In 1920, Huber became a member of the Hagenbund, one of the most progressive Viennese artists' associations of the interwar period, and later also joined the group Die Sieben (The Seven), which stood for a modern style of painting influenced by both tradition and the avant-garde. In 1932, he joined the Vienna Secession, thus definitively elevating himself to the circle of leading figures in Austrian art of his time. Simultaneously, Huber was associated with the Zinkenbach artists' colony and maintained close friendships with Ferdinand Kitt, Franz von Zülow, Josef Dobrowsky, Georg Ehrlich, Georg Merkel, as well as Ludwig Heinrich Jungnickel and Sergius Pauser, with whom he shared a focus on both Impressionist landscapes and modern figure composition. Huber's oeuvre is dominated by landscapes, his early work primarily featuring motifs from Lower Austria, Upper Austria, and the Salzkammergut region, which he captured in luminous, often atmospherically vibrant paintings. His painting style oscillates between Expressionism and Impressionist approaches to nature, achieving a unique balance between character study and decorative surface effect, particularly in portraiture and multi-figure scenes. His engagement with the paintings of Pieter Bruegel the Elder led to a particular predilection for complex, multi-figure depictions of folk festivals and everyday events, which later also predestined him for stage design and narrative graphic art. Technically, Huber worked primarily in oil and watercolor, but also created reverse glass paintings and tile paintings, as well as numerous book illustrations, with which he made a unique contribution to post-war graphic art in Austria. His landscapes and cityscapes, often featuring churches and religious motifs, are also closely related to Viennese sacred art of the first half of the 20th century, in which a modern, color-intensive visual language merged with traditional themes. From 1932 onward, Huber regularly participated in the Venice Biennale; in 1935 he received the Austrian State Prize for Watercolor, in 1937 the Honorary Prize of the City of Vienna, in 1949 the title of Professor, and in 1952 the Honorary Prize for Painting from the Salzburg Art Association. As teachers and colleagues trained at the Vienna Academy, such as Karl Sterrer and Wilhelm Dachauer, Huber's career moved between conservative institutions and modern artistic groups. Within this constellation, he occupied a mediating position within Viennese Modernism, where landscape painting, applied art, and commissioned sacred works formed a characteristic synthesis.
PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.
Estimate
Time, Location
Auction House
Ernst Huber* (Wien 1895 - 1960 Wien)
Bauernpärchen, 1946
Keramik 15 x 22,2 cm
monogrammiert E.H.
verso datiert 23. XII. 1946
SCHÄTZPREIS / ESTIMATE € 800 - 1600
STARTPREIS / STARTING PRICE € 800
Ernst Huber* (Vienna 1895 - 1960 Vienna)
Peasant Couple, 1946
Ceramic 15 x 22,2 cm
monogrammed E.H.
verso dated 23. XII. 1946
Ernst Huber, österreichischer Grafiker und Landschaftsmaler, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Schriftsetzer und arbeitete als Setzer und Lithograph, bevor er sich – weitgehend als Autodidakt – der Malerei zuwandte. Erste Ausstellungserfolge stellten sich 1919 ein, als Josef Hoffmann seine Arbeiten im Palmenhaus im Burggarten entdeckte und ihn – über die Vermittlung des Bildhauers Gustinus Ambrosi – in die Künstlergruppe der Kunstschau einführte. Dort kam Huber mit Vertretern der Wiener Moderne in Kontakt und begegnete bedeutenden Malern wie Herbert Boeckl, Anton Faistauer, Oskar Kokoschka, Anton Kolig und Franz Wiegele, deren expressiver Zugang zur Farbe seine weitere Entwicklung mitprägte. 1920 wurde Huber Mitglied des Hagenbundes, einer der fortschrittlichsten Wiener Künstlervereinigungen der Zwischenkriegszeit, und schloss sich später auch der Gruppe Die Sieben an, die für eine moderne, von Tradition und Avantgarde gleichermaßen beeinflusste Malerei stand. 1932 trat er der Wiener Secession bei, womit er endgültig in den Kreis der maßgeblichen Protagonisten der österreichischen Kunst seiner Zeit aufstieg. Parallel dazu war Huber der Zinkenbacher Malerkolonie verbunden und pflegte enge Freundschaften mit Ferdinand Kitt, Franz von Zülow, Josef Dobrowsky, Georg Ehrlich, Georg Merkel sowie mit Ludwig Heinrich Jungnickel und Sergius Pauser, mit denen ihn sowohl eine Hinwendung zur impressionistischen Landschaft als auch zur modernen Figurenkomposition verband. Hubers Œuvre wird von Landschaftsdarstellungen dominiert, im Frühwerk vor allem Motive aus Niederösterreich, Oberösterreich und dem Salzkammergut, die er in leuchtenden, oft atmosphärisch vibrierenden Bildern festhielt. Seine Malerei bewegt sich zwischen Expressionismus und impressionistischer Naturauffassung, wobei er besonders in der Porträtmalerei und in vielfigurigen Szenen eine eigenständige Balance zwischen Charakterstudie und dekorativer Flächenwirkung erreicht. Die Auseinandersetzung mit den Gemälden von Pieter Bruegel dem Älteren führte zu einer besonderen Vorliebe für komplexe, vielfigurige Darstellungen von Volksfesten und Alltagsereignissen, die ihn später auch für Aufgaben der Bühnenbildnerei und der erzählerischen Grafik prädestinierten. Technisch arbeitete Huber vor allem in Öl und Aquarell, schuf aber auch Hinterglas- und Kachelmalereien sowie zahlreiche Buchillustrationen, mit denen er zur Nachkriegsgrafik in Österreich einen eigenständigen Beitrag leistete. Seine Landschaften und Stadtansichten, häufig mit Kirchen und religiösen Motiven, stehen zugleich in engem Zusammenhang mit der Wiener Sakralkunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der eine moderne, farbbetonte Bildsprache mit traditionellen Themen verschmolz. Ab 1932 beschickte Huber regelmäßig die Biennale in Venedig; 1935 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Aquarell, 1937 den Ehrenpreis der Stadt Wien, 1949 den Professorentitel und 1952 den Ehrenpreis für Malerei im Kunstverein Salzburg. Als Lehrer und an der Wiener Akademie ausgebildete Kollegen wie Karl Sterrer und Wilhelm Dachauer bildeten das kunstpolitische Umfeld, in dem sich Hubers Karriere zwischen konservativer Institution und moderner Künstlergruppe bewegte. In dieser Konstellation nahm er eine vermittelnde Position innerhalb der Wiener Moderne ein, in der freie Landschaft, angewandte Kunst und sakrale Auftragswerke eine charakteristische Synthese eingehen.
Bitte beachten:
Der Kaufpreis besteht aus Meistbot zuzüglich des Aufgeldes, der Umsatzsteuer sowie gegebenenfalls der Folgerechtsabgabe und der Plattformgebühr. Bei Normalbesteuerung (mit ° gekennzeichnet) kommt auf das Meistbot ein Aufgeld in der Höhe von 24% hinzu. Auf die Summe von Meistbot, Aufgeld und Plattformgebühr kommt die gesetzliche Umsatzsteuer von 13%, bei Fotografien 20% hinzu.
Bei Differenzbesteuerung beträgt das Aufgeld 28%. Die Umsatzsteuer ist bei der Differenzbesteuerung inkludiert.
Ernst Huber, an Austrian graphic artist and landscape painter, initially trained as a typesetter and worked as a typesetter and lithographer before turning to painting—largely as a self-taught artist. His first exhibition successes came in 1919 when Josef Hoffmann discovered his work in the Palm House in the Burggarten and, through the mediation of the sculptor Gustinus Ambrosi, introduced him to the artists' group of the Kunstschau (Vienna Art Show). There, Huber came into contact with representatives of Viennese Modernism and met important painters such as Herbert Boeckl, Anton Faistauer, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, and Franz Wiegele, whose expressive approach to color significantly influenced his further development. In 1920, Huber became a member of the Hagenbund, one of the most progressive Viennese artists' associations of the interwar period, and later also joined the group Die Sieben (The Seven), which stood for a modern style of painting influenced by both tradition and the avant-garde. In 1932, he joined the Vienna Secession, thus definitively elevating himself to the circle of leading figures in Austrian art of his time. Simultaneously, Huber was associated with the Zinkenbach artists' colony and maintained close friendships with Ferdinand Kitt, Franz von Zülow, Josef Dobrowsky, Georg Ehrlich, Georg Merkel, as well as Ludwig Heinrich Jungnickel and Sergius Pauser, with whom he shared a focus on both Impressionist landscapes and modern figure composition. Huber's oeuvre is dominated by landscapes, his early work primarily featuring motifs from Lower Austria, Upper Austria, and the Salzkammergut region, which he captured in luminous, often atmospherically vibrant paintings. His painting style oscillates between Expressionism and Impressionist approaches to nature, achieving a unique balance between character study and decorative surface effect, particularly in portraiture and multi-figure scenes. His engagement with the paintings of Pieter Bruegel the Elder led to a particular predilection for complex, multi-figure depictions of folk festivals and everyday events, which later also predestined him for stage design and narrative graphic art. Technically, Huber worked primarily in oil and watercolor, but also created reverse glass paintings and tile paintings, as well as numerous book illustrations, with which he made a unique contribution to post-war graphic art in Austria. His landscapes and cityscapes, often featuring churches and religious motifs, are also closely related to Viennese sacred art of the first half of the 20th century, in which a modern, color-intensive visual language merged with traditional themes. From 1932 onward, Huber regularly participated in the Venice Biennale; in 1935 he received the Austrian State Prize for Watercolor, in 1937 the Honorary Prize of the City of Vienna, in 1949 the title of Professor, and in 1952 the Honorary Prize for Painting from the Salzburg Art Association. As teachers and colleagues trained at the Vienna Academy, such as Karl Sterrer and Wilhelm Dachauer, Huber's career moved between conservative institutions and modern artistic groups. Within this constellation, he occupied a mediating position within Viennese Modernism, where landscape painting, applied art, and commissioned sacred works formed a characteristic synthesis.
PLEASE NOTE:
The purchase price consists of the highest bid plus the buyer's premium, sales tax and, if applicable, the fee of artists resale rights and platform fee. In the case of normal taxation (marked °), a premium of 24% is added to the highest bid. The mandatory sales tax of 13%, for photographs 20%, is added to the sum of the highest bid, the buyer's premium and platfrom fee. The buyer's premium amounts to 28% in case of differential taxation. The sales tax is included in the differential taxation.