Fleischmann, Adolf Richard, Maler (1892-1968).
Fleischmann, Adolf Richard, Maler (1892-1968).
Nachlass von über 90 eigenhändigen und etwa 10 maschinenschriftlichen Briefen sowie 20 Postkarten mit Unterschrift an den Schweizer Schriftsteller Armin Sigrist. Mit 16 Bleistiftstift- oder Federskizzen im Brieftext und 2 Künstlerkarten (Feder/Aquarell), ferner beiliegend signierte Gouache auf Papier, bezeichnete Bleistiftskizze sowie signierte Original-Portraitphotographie.
Venedig, Berlin, Ascona, Paris, Südfrankreich, New York und andere Orte, 1924-1958. Diverse Formate. Ca. 300 Briefseiten, vielfach in Bleistift. Teils mit Umschlägen. Beiliegend einige Schreiben von Sigrist und Fleischmanns Frau Elly sowie ein kleines Konvolut Ausstellungskataloge, Einladungen und Zeitungsausschnitte.
Umfangreiche und sehr persönliche Brieffolge aus den biographischen wie künstlerischen Hauptphasen des abstrakten Malers. Fleischmann wurde 1892 in Esslingen geboren, studierte in Stuttgart u.a. bei Adolf Hölzel und arbeitete 1917-28 als wissenschaftlicher Zeichner und Moulageur am Kantonsspital Zürich. Dort lernte er vermutlich den geistesverwandten Armin Sigrist kennen (Zürich 1904-75), der nach kaufmännischen Lehr- und Wanderjahren sowie einem Studium der Sozialökonomie als Schriftsteller wirkte (über ihn, seine literarische "Erweckung" und Publikationen ein beiliegender Sonderdruck aus "Zürcher Schrifttum der Gegenwart", Orell Füssli 1961). In diese Phase fällt der früheste erhaltene Brief Fleischmanns an Sigrist, 1924 aus Venedig. Es folgten Arbeitsaufenthalte in Hamburg 1928, Berlin 1929-31, Ascona 1930-32 und Paris 1931, die in etwa 40 Briefen dokumentiert sind. Fleischmanns Kunst wandelte sich während der Jahre 1933-37 auf Mallorca und in Italien (u.a. Ischia, zusammen 14 Briefe) vom Expressionismus und Kubismus zur reinen Abstraktion. Um der NS-Verfolgung zu entgehen, zog Fleischmann 1938 nach Paris (10 Briefe), beteiligte sich an der Résistance und wich 1940 nach Südfrankreich aus (11 Briefe, davon 3 aus Graulhet/Tarn). 1946-52 entwickelte Fleischmann in Paris und Fontenay (19 Briefe) seinen charakteristischen, geometrisch-seriellen Spätstil, der ihn zum freihändigen Vorläufer der "Optical Art" (ohne Schablone und Lineal) werden liess. April/Mai 1948 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Creuze, deren illustrierte Einladungskarte hier erhalten ist. Im selben Jahr heirateten Fleischmann und Elly Abendstern, von der 3 eigenhändige Postkarten, 1 eigenhändiger sowie 2 maschinenschriftliche Briefe an Sigrist von 1950 sowie 1969-75 beiliegen. Das Paar lebte 1952-62 und nochmals 1964/65 in New York, woher die letzten 10 der vorliegenden Briefe stammen (bis 1958). Mit den Briefen haben sich eine von Sigrist bezeichnete kubistische Bleistiftzeichnung von 1931 (Blatt 11 x 14 cm) und eine signierte Gouache aus etwa derselben Zeit (25 x 30 cm, wellig, Randeinriss) erhalten. Mutmasslich von Sigrists Hand ist die eigenhändige Bleistift-Schilderung eines Bilderlebnisses auf 12 Quartseiten, datiert New York 1927. Ausserdem gab er 1969 maschinenschriftliche Antworten auf Fragen von Alfred Marcel Fischer, der 1976 seine Dissertation über Fleischmann vorlegte. - Geringe Altersspuren, insgesamt wohlerhalten. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz.
Sale price
Estimate
Time, Location
Auction House
Fleischmann, Adolf Richard, Maler (1892-1968).
Nachlass von über 90 eigenhändigen und etwa 10 maschinenschriftlichen Briefen sowie 20 Postkarten mit Unterschrift an den Schweizer Schriftsteller Armin Sigrist. Mit 16 Bleistiftstift- oder Federskizzen im Brieftext und 2 Künstlerkarten (Feder/Aquarell), ferner beiliegend signierte Gouache auf Papier, bezeichnete Bleistiftskizze sowie signierte Original-Portraitphotographie.
Venedig, Berlin, Ascona, Paris, Südfrankreich, New York und andere Orte, 1924-1958. Diverse Formate. Ca. 300 Briefseiten, vielfach in Bleistift. Teils mit Umschlägen. Beiliegend einige Schreiben von Sigrist und Fleischmanns Frau Elly sowie ein kleines Konvolut Ausstellungskataloge, Einladungen und Zeitungsausschnitte.
Umfangreiche und sehr persönliche Brieffolge aus den biographischen wie künstlerischen Hauptphasen des abstrakten Malers. Fleischmann wurde 1892 in Esslingen geboren, studierte in Stuttgart u.a. bei Adolf Hölzel und arbeitete 1917-28 als wissenschaftlicher Zeichner und Moulageur am Kantonsspital Zürich. Dort lernte er vermutlich den geistesverwandten Armin Sigrist kennen (Zürich 1904-75), der nach kaufmännischen Lehr- und Wanderjahren sowie einem Studium der Sozialökonomie als Schriftsteller wirkte (über ihn, seine literarische "Erweckung" und Publikationen ein beiliegender Sonderdruck aus "Zürcher Schrifttum der Gegenwart", Orell Füssli 1961). In diese Phase fällt der früheste erhaltene Brief Fleischmanns an Sigrist, 1924 aus Venedig. Es folgten Arbeitsaufenthalte in Hamburg 1928, Berlin 1929-31, Ascona 1930-32 und Paris 1931, die in etwa 40 Briefen dokumentiert sind. Fleischmanns Kunst wandelte sich während der Jahre 1933-37 auf Mallorca und in Italien (u.a. Ischia, zusammen 14 Briefe) vom Expressionismus und Kubismus zur reinen Abstraktion. Um der NS-Verfolgung zu entgehen, zog Fleischmann 1938 nach Paris (10 Briefe), beteiligte sich an der Résistance und wich 1940 nach Südfrankreich aus (11 Briefe, davon 3 aus Graulhet/Tarn). 1946-52 entwickelte Fleischmann in Paris und Fontenay (19 Briefe) seinen charakteristischen, geometrisch-seriellen Spätstil, der ihn zum freihändigen Vorläufer der "Optical Art" (ohne Schablone und Lineal) werden liess. April/Mai 1948 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Creuze, deren illustrierte Einladungskarte hier erhalten ist. Im selben Jahr heirateten Fleischmann und Elly Abendstern, von der 3 eigenhändige Postkarten, 1 eigenhändiger sowie 2 maschinenschriftliche Briefe an Sigrist von 1950 sowie 1969-75 beiliegen. Das Paar lebte 1952-62 und nochmals 1964/65 in New York, woher die letzten 10 der vorliegenden Briefe stammen (bis 1958). Mit den Briefen haben sich eine von Sigrist bezeichnete kubistische Bleistiftzeichnung von 1931 (Blatt 11 x 14 cm) und eine signierte Gouache aus etwa derselben Zeit (25 x 30 cm, wellig, Randeinriss) erhalten. Mutmasslich von Sigrists Hand ist die eigenhändige Bleistift-Schilderung eines Bilderlebnisses auf 12 Quartseiten, datiert New York 1927. Ausserdem gab er 1969 maschinenschriftliche Antworten auf Fragen von Alfred Marcel Fischer, der 1976 seine Dissertation über Fleischmann vorlegte. - Geringe Altersspuren, insgesamt wohlerhalten. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz.