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Markus Nissa Weis. Der bedrängte Markus Nissa …

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Der bedrängte Markus Nissa Weis an die Menschen. Wien, ohne Druckangabe, 1803. 45, (1) SS. Violetter Seidenband der Zeit mit Goldschnitt, marmorierte Vorsatzpapiere. (Rückenbezug an den Kapitalen leicht ausgefranzt, sonst wohlerhalten).

Judaica

Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts – Erste und einzige Ausgabe, nicht bei Fuerst verzeichnet. Wohl nur in kleiner Auflage gedruckt und von großer Seltenheit, kein Exemplar im internationalen Handel. Exemplar auf starkem Büttenpapier. Der vordere Innendeckel trägt einen auf bläuliches Papier gedruckten Werbezettel des Verfassers mit dem Wortlaut, dass die Schrift ausschließlich beim Verfasser selbst, "dermalen zu Wien in der Rothenthurmgasse beym Kuessenpfennig Nro. 769 auf der Hauptstiege im 4ten Stock die Thüre Nro. 25" (handschriftlich zu "21" korrigiert) zu erwerben sei, verbunden mit der Bitte an die "verehrungswuerdigen Abnehmer", das Werk "nach befundenem Werthe" weiterzuempfehlen - ein bemerkenswertes und seltenes Zeugnis des Vertriebswegs eines Selbstverlegers seiner Zeit. Markus Nissa Weis (1751-1817) war ein früher Maskil und einer der ersten religiösen Reformer im ungarischen Judentum. Ursprünglich Kaufmann mit fundierter talmudischer Bildung, predigte er gelegentlich in seiner Gemeinde Ungvár. In einer 1808 verfassten Autobiographie beschrieb er seine plötzliche geistige Wende, die durch die Einrichtung der josephinischen Schulen ausgelöst wurde: Mühsam erlernte er Deutsch und entdeckte darüber Moses Mendelssohn und die Haskala. Weis kritisierte das zweigeteilte Bildungssystem aus getrennter weltlicher und religiöser Erziehung, das mit den josephinischen Schulen der 1780er Jahre entstanden war, und forderte eine Verbindung mit Unterricht in Hebräisch, Bibel und Religion nach dem Vorbild der Wilhelms-Schule in Breslau. Im Oktober 1802 ließ er unter vertrauten - offenbar durchweg nichtjüdischen - Bekannten Abschriften eines judenkritischen Manuskripts mit dem Titel "Der Jude wie er ist" zirkulieren. Dieses gelangte nach eigener Darstellung an die jüdische Gemeinde und verbreitete sich, so Weis, rasch auch über Ungarn hinaus, was heftige Gegenreaktionen auslöste. Belege für diese Schilderung fehlen, ebenso ist kein Exemplar des Manuskripts erhalten geblieben. Der Inhalt dieses verschollenen Manuskripts wurde jedoch in der vorliegenden, im Folgejahr in Wien gedruckten Schrift Der bedrängte Markus Nissa Weis an die Menschen zusammengefasst und erweitert - dem einzigen erhaltenen gedruckten Zeugnis seiner Positionen. Weis' Betonung des biblischen Textes und der Vernunft führte ihn schließlich zur Überzeugung, im Christentum eine sowohl rationale als auch moralische Religion gefunden zu haben, 1805 konvertierte er in Pest zum römisch-katholischen Glauben. Bis zu seinem Tod 1817 diente er dort als Assistent des Zensors für hebräische Bücher . Ein außerordentlich seltenes und in dieser Form kaum überliefertes Dokument der frühen Haskala-Bewegung in Ungarn - zugleich ein persönliches Zeugnis einer der komplexesten und tragischsten Konvertitenbiographien der jüdischen Aufklärung in der Habsburgermonarchie.

Literature of 17th to 19th Century – First and only edition, not listed in Fuerst. Probably printed in only a small run and of great rarity. No copy in international trade. Copy on strong laid paper. The front inside cover bears an advertising slip printed on bluish paper by the author, stating that the work is to be obtained exclusively from the author himself, "at present in Vienna in the Rothenthurmgasse, at Kuessenpfennig No. 769, on the main staircase, 4th floor, door No. 25" (corrected by hand to "21"), together with a request to the "esteemed purchasers" to recommend the work to friends "according to its perceived worth" - a remarkable and rare testimony to the distribution methods of a self-published author of his time. Markus Nissa Weis (1751-1817) was an early maskil and one of the first religious reformers within Hungarian Jewry. Originally a merchant with a solid Talmudic education, he occasionally preached in his community of Ungvár. In an autobiography written in 1808, he described the sudden intellectual transformation brought about by the establishment of the Josephinian school system: with great effort he learned German, and through it discovered Moses Mendelssohn and the Haskalah. Weis criticized the two-tiered educational system of separate secular and religious instruction that had arisen with the Josephinian schools of the 1780s, and called for combining it with instruction in Hebrew, the Bible, and religion, following the model of the recently founded Wilhelms-Schule in Breslau. In October 1802, he circulated among trusted acquaintances - apparently all non-Jews - copies of a manuscript highly critical of the Jews, titled "Der Jude wie er ist" (The Jew as He Is). According to his own account, this reached the Jewish community and, as Weis claimed, spread rapidly even beyond Hungary, provoking fierce opposition. No evidence has surfaced to corroborate this account, nor has any copy of the manuscript survived. The content of this lost manuscript was, however, summarized and expanded in the present pamphlet, published in Vienna the following year under the title Der bedrängte Markus Nissa Weis an die Menschen - the only surviving printed testimony of his views. Weis's emphasis on the biblical text and on reason ultimately led him to believe that he had found in Christianity a religion that was both rational and moral, in 1805 he converted to the Roman Catholic faith in Pest. Until his death in 1817 he served there as an assistant to the censor of Hebrew books. An extraordinarily rare document, scarcely preserved in this form, of the early Haskalah movement in Hungary - and at the same time a personal testimony to one of the most complex and tragic convert biographies of the Jewish Enlightenment within the Habsburg monarchy.

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Germany, Berlin
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Der bedrängte Markus Nissa Weis an die Menschen. Wien, ohne Druckangabe, 1803. 45, (1) SS. Violetter Seidenband der Zeit mit Goldschnitt, marmorierte Vorsatzpapiere. (Rückenbezug an den Kapitalen leicht ausgefranzt, sonst wohlerhalten).

Judaica

Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts – Erste und einzige Ausgabe, nicht bei Fuerst verzeichnet. Wohl nur in kleiner Auflage gedruckt und von großer Seltenheit, kein Exemplar im internationalen Handel. Exemplar auf starkem Büttenpapier. Der vordere Innendeckel trägt einen auf bläuliches Papier gedruckten Werbezettel des Verfassers mit dem Wortlaut, dass die Schrift ausschließlich beim Verfasser selbst, "dermalen zu Wien in der Rothenthurmgasse beym Kuessenpfennig Nro. 769 auf der Hauptstiege im 4ten Stock die Thüre Nro. 25" (handschriftlich zu "21" korrigiert) zu erwerben sei, verbunden mit der Bitte an die "verehrungswuerdigen Abnehmer", das Werk "nach befundenem Werthe" weiterzuempfehlen - ein bemerkenswertes und seltenes Zeugnis des Vertriebswegs eines Selbstverlegers seiner Zeit. Markus Nissa Weis (1751-1817) war ein früher Maskil und einer der ersten religiösen Reformer im ungarischen Judentum. Ursprünglich Kaufmann mit fundierter talmudischer Bildung, predigte er gelegentlich in seiner Gemeinde Ungvár. In einer 1808 verfassten Autobiographie beschrieb er seine plötzliche geistige Wende, die durch die Einrichtung der josephinischen Schulen ausgelöst wurde: Mühsam erlernte er Deutsch und entdeckte darüber Moses Mendelssohn und die Haskala. Weis kritisierte das zweigeteilte Bildungssystem aus getrennter weltlicher und religiöser Erziehung, das mit den josephinischen Schulen der 1780er Jahre entstanden war, und forderte eine Verbindung mit Unterricht in Hebräisch, Bibel und Religion nach dem Vorbild der Wilhelms-Schule in Breslau. Im Oktober 1802 ließ er unter vertrauten - offenbar durchweg nichtjüdischen - Bekannten Abschriften eines judenkritischen Manuskripts mit dem Titel "Der Jude wie er ist" zirkulieren. Dieses gelangte nach eigener Darstellung an die jüdische Gemeinde und verbreitete sich, so Weis, rasch auch über Ungarn hinaus, was heftige Gegenreaktionen auslöste. Belege für diese Schilderung fehlen, ebenso ist kein Exemplar des Manuskripts erhalten geblieben. Der Inhalt dieses verschollenen Manuskripts wurde jedoch in der vorliegenden, im Folgejahr in Wien gedruckten Schrift Der bedrängte Markus Nissa Weis an die Menschen zusammengefasst und erweitert - dem einzigen erhaltenen gedruckten Zeugnis seiner Positionen. Weis' Betonung des biblischen Textes und der Vernunft führte ihn schließlich zur Überzeugung, im Christentum eine sowohl rationale als auch moralische Religion gefunden zu haben, 1805 konvertierte er in Pest zum römisch-katholischen Glauben. Bis zu seinem Tod 1817 diente er dort als Assistent des Zensors für hebräische Bücher . Ein außerordentlich seltenes und in dieser Form kaum überliefertes Dokument der frühen Haskala-Bewegung in Ungarn - zugleich ein persönliches Zeugnis einer der komplexesten und tragischsten Konvertitenbiographien der jüdischen Aufklärung in der Habsburgermonarchie.

Literature of 17th to 19th Century – First and only edition, not listed in Fuerst. Probably printed in only a small run and of great rarity. No copy in international trade. Copy on strong laid paper. The front inside cover bears an advertising slip printed on bluish paper by the author, stating that the work is to be obtained exclusively from the author himself, "at present in Vienna in the Rothenthurmgasse, at Kuessenpfennig No. 769, on the main staircase, 4th floor, door No. 25" (corrected by hand to "21"), together with a request to the "esteemed purchasers" to recommend the work to friends "according to its perceived worth" - a remarkable and rare testimony to the distribution methods of a self-published author of his time. Markus Nissa Weis (1751-1817) was an early maskil and one of the first religious reformers within Hungarian Jewry. Originally a merchant with a solid Talmudic education, he occasionally preached in his community of Ungvár. In an autobiography written in 1808, he described the sudden intellectual transformation brought about by the establishment of the Josephinian school system: with great effort he learned German, and through it discovered Moses Mendelssohn and the Haskalah. Weis criticized the two-tiered educational system of separate secular and religious instruction that had arisen with the Josephinian schools of the 1780s, and called for combining it with instruction in Hebrew, the Bible, and religion, following the model of the recently founded Wilhelms-Schule in Breslau. In October 1802, he circulated among trusted acquaintances - apparently all non-Jews - copies of a manuscript highly critical of the Jews, titled "Der Jude wie er ist" (The Jew as He Is). According to his own account, this reached the Jewish community and, as Weis claimed, spread rapidly even beyond Hungary, provoking fierce opposition. No evidence has surfaced to corroborate this account, nor has any copy of the manuscript survived. The content of this lost manuscript was, however, summarized and expanded in the present pamphlet, published in Vienna the following year under the title Der bedrängte Markus Nissa Weis an die Menschen - the only surviving printed testimony of his views. Weis's emphasis on the biblical text and on reason ultimately led him to believe that he had found in Christianity a religion that was both rational and moral, in 1805 he converted to the Roman Catholic faith in Pest. Until his death in 1817 he served there as an assistant to the censor of Hebrew books. An extraordinarily rare document, scarcely preserved in this form, of the early Haskalah movement in Hungary - and at the same time a personal testimony to one of the most complex and tragic convert biographies of the Jewish Enlightenment within the Habsburg monarchy.

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