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Prager Schule

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Um 1600
je 103 x 35 cm
Zwei Tafeln, Teile eines Triptychons, beidseitig bemalt. Innenseiten mit den Darstellungen: Abraham und Isaak, der barmherzige Samariter und Auferstehung Christi; auf den Außenseiten: Adam und Eva. Mitteltafel verloren.
Privatsammlung, Süddeutschland.
Lit.: Prag um 1600, Ausstellungskatalog, Essen 1988; S.174 f. Fiamminghi a Roma, Ausstellungskatalog Brüssel, Rom 1995. Memling und seine Zeit, Brügge und die Renaissance, Ausstellungskatalog Brügge 1998.
Auf uns gekommen sind die beidseitig bemalten schmalen Eichenholztafeln in einem, durch einen Mittelsteg geteilten, neobarocken Goldrahmen. So war zunächst nicht zu sehen, daß es sich um zwei, mit noch vollständigen Malkanten, gut erhaltene Tafeln handelt, die kaum Craquelé, bzw. Altersspuren aufweisen. Es sind zweifellos die Flügel eines Hausaltares, wobei das Mittelteil, die Mitteltafel (oder Mittelschrein) verloren ist. Fraglich ist, was auf einer Mitteltafel, in Anbetracht der beiden biblischen Darstellungen links (Abraham und Isaak oben, die Geschichte vom barmherzigen Ritter (?) unten) und rechts (Christi Auferstehung), als ikonografisches Zentrum dargestellt war. Im geschlossenen Zustand zeigen sich Adam und Eva, im wahren Sinne des Wortes, als stark manierierte Aktdarstellungen, überwölbt vom, sehr pastos gemaltem, Blattwerk eines Baumes.
Der Maler wird unmittelbar inspiriert gewesen sein von Kupferstichen, z.B. eines Jan Muller (1571 - 1628 ) „Merkur und Psyche“ oder „Raub der Sabinerinnen“ (Budapest MbK), die zurückgehen auf Bronzefiguren des zeitgenössischen Adrian de Vries. Aktdarstellungen des Hans von Aachen (1552 - 1615), des Bartholomäus Spranger (1546 - 1611) bis zurück zu den maskulinen Frauenfiguren eines Michelangelo Buonarotti wird der ausführende Meister, zumindest als Kupferstiche, gekannt haben. Bei einigen Details auf unserem fragmentarischen Triptychon, so in der Figur, besonders dem Kopf, des Abraham, in den mit wehenden Gewändern fliehenden Soldaten vom Grabe Jesu und nicht zuletzt in der Darstellung der Eva, sind die Einflüsse italienischer Malerei des 15. und 16.Jh. unverkennbar.

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Estimate
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Time, Location
Germany, Stuttgart
Auction House
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Um 1600
je 103 x 35 cm
Zwei Tafeln, Teile eines Triptychons, beidseitig bemalt. Innenseiten mit den Darstellungen: Abraham und Isaak, der barmherzige Samariter und Auferstehung Christi; auf den Außenseiten: Adam und Eva. Mitteltafel verloren.
Privatsammlung, Süddeutschland.
Lit.: Prag um 1600, Ausstellungskatalog, Essen 1988; S.174 f. Fiamminghi a Roma, Ausstellungskatalog Brüssel, Rom 1995. Memling und seine Zeit, Brügge und die Renaissance, Ausstellungskatalog Brügge 1998.
Auf uns gekommen sind die beidseitig bemalten schmalen Eichenholztafeln in einem, durch einen Mittelsteg geteilten, neobarocken Goldrahmen. So war zunächst nicht zu sehen, daß es sich um zwei, mit noch vollständigen Malkanten, gut erhaltene Tafeln handelt, die kaum Craquelé, bzw. Altersspuren aufweisen. Es sind zweifellos die Flügel eines Hausaltares, wobei das Mittelteil, die Mitteltafel (oder Mittelschrein) verloren ist. Fraglich ist, was auf einer Mitteltafel, in Anbetracht der beiden biblischen Darstellungen links (Abraham und Isaak oben, die Geschichte vom barmherzigen Ritter (?) unten) und rechts (Christi Auferstehung), als ikonografisches Zentrum dargestellt war. Im geschlossenen Zustand zeigen sich Adam und Eva, im wahren Sinne des Wortes, als stark manierierte Aktdarstellungen, überwölbt vom, sehr pastos gemaltem, Blattwerk eines Baumes.
Der Maler wird unmittelbar inspiriert gewesen sein von Kupferstichen, z.B. eines Jan Muller (1571 - 1628 ) „Merkur und Psyche“ oder „Raub der Sabinerinnen“ (Budapest MbK), die zurückgehen auf Bronzefiguren des zeitgenössischen Adrian de Vries. Aktdarstellungen des Hans von Aachen (1552 - 1615), des Bartholomäus Spranger (1546 - 1611) bis zurück zu den maskulinen Frauenfiguren eines Michelangelo Buonarotti wird der ausführende Meister, zumindest als Kupferstiche, gekannt haben. Bei einigen Details auf unserem fragmentarischen Triptychon, so in der Figur, besonders dem Kopf, des Abraham, in den mit wehenden Gewändern fliehenden Soldaten vom Grabe Jesu und nicht zuletzt in der Darstellung der Eva, sind die Einflüsse italienischer Malerei des 15. und 16.Jh. unverkennbar.

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