Schmidt, Max, Buchhändler (1886-1973).
Schmidt, Max, Buchhändler (1886-1973).
Teilnachlass des Buchhändlers, Verlegers, Publizisten und Gärtners.
Ca. 1914-1973.
Interessantes Quellenmaterial eines ungewöhnlichen Lebens und vom Umfang eines Koffers. Max Schmidt stammte aus Hamm in Westfalen und eröffnete 1910, gemeinsam mit Otto Hapke aus Göttingen, die Buchhandlung Hapke und Schmidt in Berlin (Charlottenstrasse 54/55, Ecke Französische Strasse). Nach Hapkes Tod im Ersten Weltkrieg führte Schmidt das Unternehmen zunächst alleine weiter, bevor er sich 1927 entschloss, Berlin zu verlassen und sich im Tessin anzusiedeln. Er erwarb ein Grundstück oberhalb von Brissago und widmete sich der Anlage eines grossen Gartens. Um seine Familie ernähren zu können, begann er, mit Pflanzensamen und Knollen zu handeln und experimentierte mit verschiedensten Pflanzen. Zu seinen Kunden gehörte u.a. Max Emden, dessen Brissago-Inseln nur einen Steinwurf entfernt lagen. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit der Samenhandlung G. R. Vatter in Bern. Auf dem Grundstück in Brissago liess Vatter 1943 ein Landhaus von Hans Brechbühler errichten, von dem verschiedene Grundriss-Zeichnungen im Konvolut enthalten sind. Der Garten besteht - von einem Enkel Schmidts betrieben - bis heute (Gärtnerei Il Vivaio). Neben seiner gärtnerischen Tätigkeit blieb Schmidt mit zahlreichen Schriftstellern, Wissenschaftlern und Intellektuellen in Kontakt, teilweise über Jahrzehnte hinweg. Das vorliegende Konvolut ist kein geschlossener Nachlass, sondern ein eher zufällig erhaltener, disparater Teilnachlass, der einzelne Schlaglichter auf die Biographie Schmidts wirft. So spielte er etwa eine Rolle in der Pan-Europa Bewegung von Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972), von dem 5 maschinenschr. und 1 eigenh. Briefe vorliegen (1926-1937). Auf dem Gruppenphoto einer Tagung auf Burg Lauenstein vom September 1925 ist Schmidt unter den Teilnehmern zu sehen. Von ihm selbst liegt ein dreiseitiges, undatiertes Manuskript über den Weltfriedenskongress in Berlin 1924 vor: "Wie ein Buchhändler mithalf, Pan-Europa in Berlin zu starten." - Des Weiteren enthält das Konvolut verschiedene Texte (darunter Märchen und Essays) von Schmidt, ein kleines Photoalbum seiner Berliner Buchhandlung, ein Album mit Zeichnungen und Photos aus dem Ersten Weltkrieg, eine Mappe mit Zeichnungen, Theaterzetteln, Photos und Lagerzeitungen aus der Kriegsgefangenschaft im englischen Offizierslager Holyport (1917-1918), ein Album seines Berliner Freundeskreises ("Rheingold-Runde"), Familienphotos, persönliche Dokumente u.a.m. - Unter den Korrespondenzpartnern seien als weitere Namen genannt: Otto Flake (2 Briefe 1926), Hans Bernd Gisevius (1 Karte 1947), Sven Hedin (signierte Portrait-Postkarte u. Begleitkarte), Hermann Hesse (1 Brief 1940), Gerard Heym (1888-1972), Karl Köster (1883-1975, 1 Brief 1926), Arno Nadel (1 Brief 1925), Elisabeth Rethberg (1894-1976, gr. Portrait-Photo mit Widmung 1932), Sofie Riehl (2 Briefe, 1 Karte 1926), Gershom Scholem (1 Brief 1962, über Oskar Goldberg), Julius Hans Spiegel (Portrait-Photo mit Widmung 1927), Günther Stein (1900-1961, 1 Brief), Hans Sterneder (1889-1981, 5 Briefe), Karl Vogt (3 Karten, 2 Briefe 1935-1946), Hermann Hans Wetzler (1870-1943, 2 Postkarten), Fritz Worm (1887-1940), Ernst Zahn (2 Briefe 1928 u. 1931) u.v.a. - Teils mit Gebrauchs- und Lagerspuren, insgesamt aber ordentlich erhalten.
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Schmidt, Max, Buchhändler (1886-1973).
Teilnachlass des Buchhändlers, Verlegers, Publizisten und Gärtners.
Ca. 1914-1973.
Interessantes Quellenmaterial eines ungewöhnlichen Lebens und vom Umfang eines Koffers. Max Schmidt stammte aus Hamm in Westfalen und eröffnete 1910, gemeinsam mit Otto Hapke aus Göttingen, die Buchhandlung Hapke und Schmidt in Berlin (Charlottenstrasse 54/55, Ecke Französische Strasse). Nach Hapkes Tod im Ersten Weltkrieg führte Schmidt das Unternehmen zunächst alleine weiter, bevor er sich 1927 entschloss, Berlin zu verlassen und sich im Tessin anzusiedeln. Er erwarb ein Grundstück oberhalb von Brissago und widmete sich der Anlage eines grossen Gartens. Um seine Familie ernähren zu können, begann er, mit Pflanzensamen und Knollen zu handeln und experimentierte mit verschiedensten Pflanzen. Zu seinen Kunden gehörte u.a. Max Emden, dessen Brissago-Inseln nur einen Steinwurf entfernt lagen. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit der Samenhandlung G. R. Vatter in Bern. Auf dem Grundstück in Brissago liess Vatter 1943 ein Landhaus von Hans Brechbühler errichten, von dem verschiedene Grundriss-Zeichnungen im Konvolut enthalten sind. Der Garten besteht - von einem Enkel Schmidts betrieben - bis heute (Gärtnerei Il Vivaio). Neben seiner gärtnerischen Tätigkeit blieb Schmidt mit zahlreichen Schriftstellern, Wissenschaftlern und Intellektuellen in Kontakt, teilweise über Jahrzehnte hinweg. Das vorliegende Konvolut ist kein geschlossener Nachlass, sondern ein eher zufällig erhaltener, disparater Teilnachlass, der einzelne Schlaglichter auf die Biographie Schmidts wirft. So spielte er etwa eine Rolle in der Pan-Europa Bewegung von Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972), von dem 5 maschinenschr. und 1 eigenh. Briefe vorliegen (1926-1937). Auf dem Gruppenphoto einer Tagung auf Burg Lauenstein vom September 1925 ist Schmidt unter den Teilnehmern zu sehen. Von ihm selbst liegt ein dreiseitiges, undatiertes Manuskript über den Weltfriedenskongress in Berlin 1924 vor: "Wie ein Buchhändler mithalf, Pan-Europa in Berlin zu starten." - Des Weiteren enthält das Konvolut verschiedene Texte (darunter Märchen und Essays) von Schmidt, ein kleines Photoalbum seiner Berliner Buchhandlung, ein Album mit Zeichnungen und Photos aus dem Ersten Weltkrieg, eine Mappe mit Zeichnungen, Theaterzetteln, Photos und Lagerzeitungen aus der Kriegsgefangenschaft im englischen Offizierslager Holyport (1917-1918), ein Album seines Berliner Freundeskreises ("Rheingold-Runde"), Familienphotos, persönliche Dokumente u.a.m. - Unter den Korrespondenzpartnern seien als weitere Namen genannt: Otto Flake (2 Briefe 1926), Hans Bernd Gisevius (1 Karte 1947), Sven Hedin (signierte Portrait-Postkarte u. Begleitkarte), Hermann Hesse (1 Brief 1940), Gerard Heym (1888-1972), Karl Köster (1883-1975, 1 Brief 1926), Arno Nadel (1 Brief 1925), Elisabeth Rethberg (1894-1976, gr. Portrait-Photo mit Widmung 1932), Sofie Riehl (2 Briefe, 1 Karte 1926), Gershom Scholem (1 Brief 1962, über Oskar Goldberg), Julius Hans Spiegel (Portrait-Photo mit Widmung 1927), Günther Stein (1900-1961, 1 Brief), Hans Sterneder (1889-1981, 5 Briefe), Karl Vogt (3 Karten, 2 Briefe 1935-1946), Hermann Hans Wetzler (1870-1943, 2 Postkarten), Fritz Worm (1887-1940), Ernst Zahn (2 Briefe 1928 u. 1931) u.v.a. - Teils mit Gebrauchs- und Lagerspuren, insgesamt aber ordentlich erhalten.